Die Nackten und die Untoten
Was schenkt man jemandem, der schon alles gesehen hat? Die Salzburger Festspiele wollten ihr Publikum zum 100-jährigen Jubiläum mit einem unbekannten Stück des Festspielgründers Hugo von Hofmannsthal überraschen: «Das Bergwerk von Falun», 1899 verfasst und zu Lebzeiten des Autors unveröffentlicht, war bisher nur wirklich guten Kennern von Hofmannsthals Werk ein Begriff; an die späte Uraufführung, 1949 in Konstanz, können sich ja nur noch die wenigsten erinnern.
Dass im Salzburger Landestheater dennoch keine rechte Feierstimmung aufkommen mochte, liegt zunächst daran, dass «Das Bergwerk zu Falun» stark melancholische, wenn nicht depressive Stimmung verbreitet.
Im Mittelpunkt steht der junge Seemann Elis Fröbom, der gerade Vater und Mutter verloren hat und lebensmüde gestimmt ist. In einer Nebenrolle liegt ein junger Fischer, der vom Mast am Kopf erwischt wurde, im Koma. Und dann geistert noch der alte Bergmann Torbern durch die Szene, der eigentlich schon vor vielen Jahren gestorben ist, aber zum Weiterleben als Untoter verdammt ist. Historischer Hintergrund des Stücks ist die Geschichte eines 1677 kurz vor seiner Hochzeit in Falun verschütteten Bergmanns; seine Braut war noch am ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Wolfgang Kralicek
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