Europa – die fragile Illusion
Die Wiener Festwochen fanden erstmals 1951 statt, wurden heuer also 70 Jahre alt. Man kann aber nicht behaupten, dass sie von ihrem runden Geburtstag großes Aufhebens gemacht hätten. Sogar das obligate Jubelbuch, das zu solchen Anlässen gerne publiziert wird, hat der Jubilar verweigert. Stattdessen fand im Brut Nordwest – der neuen temporären Spielstätte des Koproduktionshauses Brut im 20. Bezirk – die ziemlich unglamouröse Reihe «Mitten» statt, die sich dem Jubiläum diskursiv und performativ widmete.
Vier Tage lang wurden bei freiem Eintritt von mittags bis abends Künstlerworkshops, Expertentalks und Lectures geboten.
Nachmittags präsentierten Student:innen verschiedener Universitäten Projektarbeiten zum Thema; Studierende der Kunstuni Linz analysierten und bearbeiteten eine mächtige Regalwand, die aus dem Festwochen-Archiv ins Brut-Foyer übersiedelt wurde. In den Regalfächern: das gesamte physische Bildarchiv des Festivals, mit Fotos aus den Jahren 1962 bis 2006. Abends standen dann von 70 Jahren Festwochen inspirierte Kurzperformances – jeden Tag eine andere – auf dem Programm, die bei Wiener Künstler:innen in Auftrag gegeben worden waren. Das feministisch-minimalistische ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Festivals, Seite 32
von Wolfgang Kralicek
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