Der Text zählt – die Erfahrung auch: Theaterautor*innen können und müssen ihre Stimmen erheben

Von der Corona-Krise besonders betroffen sind Autor*innen und Theaterverlage. Sie stehen traditionell am Ende der Subventionskette und leben von Abendkasse, Zweitverwertungen und Literaturpreisen: kreative (Selbst-)Ausbeutungsverhältnisse

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Ulrike Syha In den letzten Monaten hat die Corona-Krise unser aller Leben, auch unser Arbeitsleben, bestimmt. Ihre Auswirkungen und die damit verbundenen Veränderungen im Kulturbereich werden das noch lange tun. Das gilt natürlich auch für uns Theaterautor*innen – obwohl ich manchmal glaube, dass uns die volle Wucht der Krise wohl erst im nächsten Kalenderjahr treffen wird.

Aber wir wollen nicht über Zukünftiges, sondern über die generelle Verfasstheit der zeitgenössischen Dramatik sprechen.

Denn eigentlich multipliziert sich in der Krise nur, was ohnehin schon Trend war. Im allgemeinen Diskurs des Theaterbetriebs und anderer Bereiche der Gesellschaft scheint immer wieder eine Stimme zu fehlen, so zumindest meine Beobachtung: die Stimme der Autor*innen.

Dies ist allerdings nicht als Lamento gemeint. Im Gegenteil. Denn die Stille trügt. Es gibt genug zu sagen und gemeinsam zu diskutieren. Aber dazu müssen wir Autor*innen eben wieder das Recht in Anspruch nehmen, für uns selbst zu sprechen, anstatt stillschweigend zu akzeptie­ren, dass zwar über uns gesprochen wird, ab und an vielleicht sogar für uns, aber nur sehr selten mit uns.

Wenn der Verband der Bühnen- und Medienverlage und ...

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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 40
von Maxi Obexer und Ulrike Syha

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