Der Polarisierung widerstehen
Dies ist die Geschichte von einer Gesellschaft, die fällt. Und während sie fällt, sagt sie, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‹Bis hierher lief’s noch ganz gut. Bis hierher lief’s noch ganz gut. Bis hierher lief’s noch ganz gut.› Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.» So lautet der Off-Text am Ende des französischen Kultfilms «Hass» («La Haine») von Mathieu Kassovitz aus dem Jahre 1995. Einundzwanzig Jahre später sitze ich nun am Computer und erinnere mich am 7.
Juni 2016 an dieses Zitat aus einem Film, den ich mir als Teenager voller Begeisterung angeschaut habe. Der 7. Juni 2016, dies ist der Tag des letzten Istanbuler Bombenanschlags, genauer gesagt des letzten von mehreren schrecklichen Bombenanschlägen in verschiedenen Städten der Türkei seit Juli 2015, bei denen mehr als 200 Menschen ermordet und Tausende verletzt worden sind.
Das Zitat beschreibt die Lage noch immer treffend. Der Anschlagsort liegt im bei Touristen beliebten Stadtteil Vezneciler, direkt gegenüber der Philosophischen Fakultät und der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Istanbul. Nur ein paar Kilometer entfernt vom Hagia-Sophia-Museum in Sultanahmet und dem Großen Basar in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2016
Rubrik: Ausland, Seite 26
von Dilek Altuntas
Eine Biografie von Rolf Hochhuth? Danach griffe man, weil sie längst fällig ist. Kein anderer deutscher Schriftsteller hat so viel Aufsehen, Ärger, Wut und Zustimmung nach Kriegsende in die Welt gebracht wie der zarte junge Lektor aus Eschwege. Nach einer Biografie verlangte er, als er sich dafür Birgit Lahann rief, die in ihren journalistischen Jahren u.a. beim...
Einmal, da war der Abend noch nicht weit ins Feld geschritten, aber das Wummern war schon da, das Grollen der Großstadt, da trat Andreas Döhler als Franz Biberkopf zur Rampe und stanzte sich seinen Moment aus dieser metallenen Wirklichkeit, sein Bruchstück von «Berlin Alexanderplatz»: Wuchtig, urkräftig, wie hingerammt steht er da. Doch sein Blick verflüssigt sich,...
Sie kleiden Kaiser und Clowns, Huren und Hausfrauen, Professoren und Proleten, Kinder und Greise. Im besten, im perfekten Falle so, dass wir nichts zu sehen glauben. Es ist wie mit der Filmmusik: Sie fällt nur auf, wenn sie nicht gefällt. Einige dicke Bücher über die Schaubühne habe ich noch einmal studiert, um mir die Arbeit von Moidele Bickel, die am...
