Der Demokratie-Ballon
Franz Wille Das Thalia Theater hat gewagt, was sich noch kein anderes Theater getraut hat – es hat das Publikum eingeladen, über den nächsten Spielplan abzustimmen: «Vier Inszenierungen im Großen Haus werden vom Publikum vorgeschlagen. Die drei meistgenannten Stücke werden aufgeführt. Versprochen.» Die Auswahl hat kurz vor Weihnachten stattgefunden, dem Theater aber nicht die allerzugewandtesten Pressestimmen beschert.
Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt: «In dieser Form wird garantiert nie wieder ein Theater in Deutschland seine Inkompetenz in Sachen Demokratie zur Schau stellen ... Das Ergebnis ist so hilfreich wie ein kongolesischer Diktator.» Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt: «Die Aktion des Thalia Theaters wurde von Anfang an vom Hautgout der Ranschmeißerei an die Generation Facebook begleitet. Und jetzt haben sie den Salat.» Herr Lux, Herr Hegemann, können Sie den Salat erläutern?
Lux Der Salat ist riesengroß und der Aufruhr gewaltig, in den Medien, in der Theaterszene, im Umkreis des Thalia Theaters, im Ensemble. Wir haben diesen Ball nicht wie ein kongolesischer Diktator losgetreten, der die Wahl in eine gewünschte Richtung lenkt, sondern aus drei inhaltlichen ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Akteure, Seite 38
von
Das Kleistjahr 2011 hat uns eine neue dramatische Figur beschert. So wie Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater Berlin anlässlich des «Käthchens von Heilbronn» einen siebenfachen Heinrich von Kleist in historisierenden Knickerbockern aufbot, treffen wir auch in Robert Borgmanns Leipziger «Penthesilea»-Version auf den Autor himself (beziehungs– weise das, was der...
Aalen, Theater der Stadt
11. Eliot, Mary & Max oder Schrumpfende Schafe, wenn es regnet? (U)
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
17. Dreßler nach Stöhr, Berlin Calling (U)
R. Pedro Martins Beja
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
12. nach Fallada, Kleiner Mann, was nun?
R. Tamara Korber
Baden-Baden, Theater
16. Ruhbaum, Max
R. Philipp Löhle
Basel, Theater
16....
Früher war mehr Lametta und sowieso alles besser. Auf solch seelenstreichelndes Geseufze mag sich zurückziehen, wer in der Gegenwart keinen Halt mehr findet und mit der Zukunft schon abgerechnet hat. Doch die Zeit bleibt nicht stehen – und auf einmal sind uns die in die Jahre gekommenen Rückwärtsgewandten verwandter, als wir wahrhaben wollen: Sie faseln längst...
