Brüchige Heimat
Vucko war eine coole Socke. Das von Jože Trobec entworfene Maskottchen der Olympischen Winterspiele 1984 im damals jugoslawischen Sarajevo stellte einen Wolf dar, der bei den Fernsehübertragungen der Wettkämpfe in ohrenbetäubendes «Sarajevouuuuu»-Geheul ausbrach, nicht wirklich niedlich, aber auf interessante Weise zwiespältig, hintergründig grinsend, mit zusammengezogenen Augenbrauen.
Für die Theaterfassung von Saša Stanišics Roman «Herkunft» hat Ausstatterin Evi Bauer eine große «Vucko»-Figur auf die Bühne des Hamburger Thalia Gaußstraße gestellt, schwarz, wie alles auf dieser Bühne, schwarz wie die Waschmaschine, in der die schmutzige Wäsche der Erinnerung gewaschen wird, schwarz wie die Rollkoffer, in die ein Leben gestopft wird.
Stanišic schrieb «Herkunft» angeblich, weil die deutschen Behörden bei seiner Einbürgerung einen handschriftlichen Lebenslauf verlangt hätten. Und dieser Lebenslauf ist die Dekonstruktion von Herkunft: Der Autor ist 1978 im ostbosnischen Visegrad geboren, als Sohn eines serbischen Betriebswirts und einer bosniakischen Politologin. 1992 flüchtete er mit seinen Eltern wegen des eskalierenden Bosnienkriegs in die Bundesrepublik, wuchs im Heidelberger ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Falk Schreiber
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
«Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist», wusste schon Giuseppe Lampedusa in seinem Roman «Der Leopard». Der Theaterverlag – Friedrich Berlin hat seit vier Wochen einen neuen Eigentümer, den Deutschen Fachverlag in Frankfurt und mich, Torsten Kutschke, als geschäftsführenden Gesellschafter. Die ersten Begegnungen waren...
Wer denkt sich so etwas aus? Eine Frau, genauer eine Jungfrau, die sich freiwillig einer göttlichen Eingebung unterwirft, allen irdischen Vergnügungen – Liebe! – abschwört und damit in einem patriotischen Feldzugstaumel ihr Land rettet. Am Ende stirbt sie nach einem dann doch gefühlsbedingten Zwischentief mit Gewissensprüfung auch noch den Heldentod. Schillers...
AALEN, THEATER DER STADT
2. nach Shelley, Frankenstein
R. Jonathan Giele und Marco Kreuzer
ALTENBURG/GERA, THEATER
2. nach Brussig, Helden wie wir
R. Manuel Kressin
5. nach Schami, Der Wunderkasten
R. Maria Preschel
8. nach Tschechow, Der Heiratsantrag und Das Jubiläum
R. Jan Jochymski
ANNABERG, EDUARD-VON-WINTERSTEIN-THEATER
4. Reffert, Ronny von Welt
R. Annelen...
