Bilderbuch einer Legende

«Der fremde Blick», eine monumentale Roberto-Ciulli-Biografie

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Dieses Buch ist selbst wie eine Bühne. Ein Paket von fast 3 kg, auf dem Umschlag ein junger Roberto Ciulli, clownesk geschminkt, Zigarre in der Hand, melancholisch ins Weite blickend. Fremd, verführerisch. Ein Titelbild, das spüren lässt, wie schockverliebt der Verleger Alexander Wewerka war, als er Ciulli erstmals in Mülheim sah, jener von Berlin aus so entlegen wirkenden Ruhrgebietsstadt, sein Mikrofon an den Bühnenrand stellte und mit ihm das gewaltige Buchprojekt «Der fremde Blick» ersann.

1980 hat Roberto Ciulli dort mit Helmut Schäfer und Gralf Edzard Habben die Theater­oase in einem ehemaligen Schwimmbad und Hotel gegründet, die immer noch die lebendige Gegenthese jeder bundesdeutschen Stadttheater-Strukturdebatte ist: ein Welttheater in klein, das die Krisengebiete der Welt bereiste und Kulturaustausch und Politaktivismus mit dem Ex-Jugoslawien im Krieg, Irak oder Iran praktizierte, als Milo Rau noch ein Kleinkind war.

Unter dem Umschlag erscheinen dann zwei knallfarbige Bände. Im roten, schmaleren, kommt man aus dem Staunen nicht heraus:

Ciulli, der Freigeist, Künstler, Gentleman, traurige Clown hat seine italienischen Kindheits­erinnerungen hervorgeholt. Er, der nie ein ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Bücher, Seite 43
von Dorothea Marcus

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