Freie Szene: Mental Overload?!
Feminismus, Antirassismus, Digitalisierung – das sind die Themen, mit denen sich die Akteure der Freien Szene in Berlin gerade beschäftigen. Aus Sehnsucht nach einer besseren Zukunft graben sie in der Vergangenheit, klagen die Gegenwart an und geben sich kämpferisch. Daran kann selbst die Corona-Pandemie nichts ändern, auch wenn sie die Theaterschaffenden zu selten dagewesenen Tricks greifen lässt.
Wenn die Performer aufgrund von Krankheit oder Reisebeschränkungen nicht vor Ort sein können, werden sie mittels Videoübertragung zugeschaltet – so auch in Flinn Works’ Doku-Stück «Learning Feminism From Rwanda» beim «Risk and Resilience»-Festival an den Sophiensaelen.
In ihrer Arbeit hat die Kompanie Rechercheergebnisse aus Ostafrika mit der hiesigen Situation in Beziehung gesetzt. Die Rede ist von Ruandas sogenanntem Fast-Track-Feminismus, der dem Land beim Global-Gender-Gap-Index von 2020 mit Platz 9 einen Platz vor Deutschland bescherte. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Frauen dort bis 1994 weder Ländereien noch Bankkonten besitzen durften, ihre Ehemänner bei Jobangeboten um Erlaubnis bitten mussten und sich auch sonst eher untertänig verhielten. Doch nach Krieg und ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Anna Fastabend
Schwer gebeutelt von Corona-Restriktionen und trotzdem am Start: Reports aus München, Basel und Dessau.
Ein Bericht von der Burning-Issues-Konferenz in Hamburg und eine Keynote von Tucké Royale, der sich als Künstler nicht einvernehmen lassen will
Der zweite Lockdown hat auch unsere Heftplanung durcheinandergewirbelt. Nun aber wirklich: ein Porträt von Taner...
Das Tal des Todesschattens, der über diesem Abend im Gorki Theater liegt, ist blendend weiß. Vier alarmbewehrte Stufen führen zum Spielfeld, das ein Vorfeld ist. Dahinter, versteckt hinter weißen Schnüren, liegt verschwommen eine Intensivstation, aus der Beatmungsgeräusche dringen (Bühne: Magda Willi). Wir sind im aerosolgesicherten Corona-Theater, und sein Hüter...
Am Anfang ist das Wort. Nicht das der Befragerin, Dorte Lena Eilers, sondern das der Befragten: Valery Tscheplanowa. Sie spricht, in fünf Gedichten, die tief blicken lassen in eine eigenständige, zerrissene Seele: «Und Wache halt ich / Adler Echo, über Dich / Der Du den Aufbruch wagst ins Eigne».
Es folgt ein langes Gespräch, das auf 130 Seiten immer weiter...
