Bilder eines selbstbestimmten Lebens
Paula Spencer hat irgendwie Pech gehabt im Leben. Sie ist Witwe, Putzfrau und Alkoholikerin – eine Inkarnation des Prekariats. Trotzdem ist Paula Spencer kein Trauerfall, denn ihr Schöpfer, der irische Erfolgsschriftsteller Roddy Doyle hat ihr nicht nur eine Stimme, sondern auch viel Würde und Humor gegeben. In seinem Roman «Die Frau, die gegen Türen rannte» lässt er Paula ihre Sicht der Dinge erzählen. Wie es ist, in der Schule in die Klasse der Dümmsten eingestuft zu werden. Wie sich ein Körper anfühlt, der viel zu früh in die Üppigkeit des Frauseins übergeht.
Wie man in einem Umfeld besteht, in dem sehr wenig auf das Wohlergehen anderer geachtet wird. Das klingt tragisch, wird in der schnoddrigen Eloquenz von Doyles Protagonistin aber mit liebevoller Ironie erzählt.
Paula Spencer ist eine Überlebende. Und als solche stellt sie Oliver Reese auf die Bühne der Frankfurter Kammerspiele. Reese hat aus Doyles Text einen Theatermonolog gemacht, der aus sich heraus funktioniert, weil der Romanautor mit Paula Spencer eine beeindruckend realistische und hinreißend menschliche Figur geschaffen hat. In Frankfurt steht sie in gleißendem Licht auf einer weißen Plastikplane, wie sie Fotografen ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Paula van Bergen
Zweimal denkt man an England in der Nacht, zweimal sitzt man dabei in Basel, zweimal spielt die Musik, zweimal ist das alles ganz anders. Denn zwei unterschiedlichere Regisseure als Christoph Marthaler und Sebastian Nübling sind kaum denkbar. Sind bei Marthaler die Menschen auf der Bühne immer schon alte, vergrübelte Seelen und alle Männer gewissermaßen die...
Aachen, Grenzlandtheater
Kasse: 00 41/1/261 21 79
29. Lewnisky, Ein ganz gewöhnlicher Jude
R. Uwe Brandt
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
13. Schober, Clyde und Bonnie
R. Nora Mansmann
14. Soler, Gegen den Fortschritt
R. Teresa Rotemberg
22. Shakespeare, Viel Lärm um nichts
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Ka...
Über das Portal meines Theaters», sagte Tankred Dorst vor gut zehn Jahren, «würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» Was ist es, das einen Menschen zum Schreiben bringt? Und wichtiger noch, dafür sorgt, dass er damit nicht aufhört? Über vierzig, fünfzig, sechzig Jahre seines Lebens? Wahrscheinlich ist keine Antwort auf diese Frage...
