Besser als Bond

Samir inszeniert «Motortown» in Zürich mit echten Einschusslöchern

James Bond steckt im Detail. Tom, der Waffenhändler, preist seine Pistole als «James Bond-mäßig» an. Paul, ein seltsamer Intellektueller, der erstens eine Beziehung mit einer Vierzehnjährigen hat und zweitens Waffen so richtig scharf machen kann, hasst James Bond, denn Paul hat mit der Einfachheit der Masse nichts gemein.

Und Danny, der Mann, der die Waffe kauft, scharfmachem lässt und schließlich damit Pauls vierzehnjährige Geliebte an einem tristen englischen Strand tötet, verteidigt sich mit den Worten: «Scheiße, ich bin ein Held! Ich bin ein verdammter Actionheld! Ich bin John Wayne! Ich bin Sylvester Stallone! Scheiße, ich bin James Bond!» 

Bond ist bei Simon Stephens ein britischer Archetyp, vielleicht sogar der britischste aller Archetypen, seit einem halben Jahrhundert stärker als alles, der Unsterbliche schlechthin, ein Jesusersatz, der es tatsächlich schafft, die Welt zu retten und dabei nicht sterben muss. Danny, der junge englische Soldat, der nach Jahren in der Kaserne und einem Einsatz in Basra in seine kleine englische Heimatstadt zurückgekehrt ist, Danny hat kein gutes Verhältnis zur Errettung der Welt. In Basra hat er gesehen, wie seine Kollegen Gefangene und ...

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Theater heute Januar 2007
Rubrik: Das Stück, Seite 46
von Simone Meier

Vergriffen
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