Basel: Werbespott
Vater, Mutter, Tochter, Sohn sitzen zu Tisch. Heute gibt es Friede, Freude, Eierkuchen. Eigentlich gibt es immer Friede, Freude, Eierkuchen, wenn sich die Musterfamilie aus der Komödie des jungen Ostschweizers Philippe Heule am Theater Basel vereint. Papa lobt Mamas Küche, Maxi lobt Mamas Figur, Moni ihr neues Parfüm (also ihr eigenes, nicht Mamas), und alle loben Papa, weil er ein tolles Musterheim erbaut hat. Und Papa ist so ergriffen von sich selbst, dass er gar nicht zu bemerken scheint, was heute anders ist.
Anders ist, dass alles perfekt ist. Behauptet Papa.
Und Mama wundert sich, was hier so komisch knackt. Dann scheppert’s im Gestänge über dem gläsernen Wohncontainer, herab stürzt ein Scheinwerfer, die Windmaschine stürmt los, droht das Scheinidyll hinwegzufegen (Bühne: Viva Schudt). Kaum fragt man sich, wohin sich dieses Stück mit dem mutwillig stümperhaften Titel «Retten, was zu retten ist» wohl verirrt, verfügt eine Stimme aus dem Off den Cut.
Zeit für die Auflösung: Wir sind beim Fernsehen. Auf dem Set einer unerhört erfolgreichen Werbefamilie, die eben das Remake ihres legendären Do-it-yourself-Spots in den Kasten zu kriegen versucht. Vor 15 ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Stephan Reuter
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