Groteskes Triptychon
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten Hochdruck-Varieté liegen hinter ihnen. «Tschüss» sagen sie, der eine leise, die andere kraftvoll. Bei einem klingt es aasig wie ein «Schoass». Aber Schoass oder Scheiß ist es wahrlich nicht gewesen.
Sondern «Pfusch» pfurioso!
«Pfusch» hat Herbert Fritsch seinen finalen Volksbühnen-Streich genannt. Eine Uraufführung, weitestgehend wortlos, wie viele der paradigmatischen Arbeiten, die Fritsch an diesem Ort kreiert hat. Von «Murmel Murmel» über «Ohne Titel Nr. 1» bis «der die mann». «Hey Leute, lasst uns in die Röhre schauen», ist einer der wenigen Sätze, die an diesem Abend fallen. Und das ist erst einmal wortwörtlich gemeint. Ein riesiges Rohr, an sich aus Holz, doch in der Anmutung stählern wirkend, hat die Volksbühnen-Werkstatt für Fritsch (wieder Bühnenbildner in eigener Sache) gefertigt. Ein Kanalrohr. Zu ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: , Seite 12
von Christian Rakow
Daten
Aachen, Grenzlandtheater
31. Delaporte und de La Patellière,
Das Abschiedsdinner
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
19. Projekt, Eine Handvoll
R. Robert Seiler
27. Miller, Alle meine Söhne
R. Michael Helle
28. Nicht mit uns! – Zauberland
ist abgebrannt
R. Florian Hertweck
Aalen, Theater der Stadt
11. Stamm, Agnes
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg...
Die gute Nachricht zuerst: Es ist noch nicht zu spät. Verloren gegangen ist bisher erst wenig, und die Initiative zu einem «Archiv des Freien Theaters», die auf der Konzeptionskonferenz letzten Oktober im Münchner Literaturhaus präsentiert wurde, kommt damit zur richtigen Zeit, in der viele, die in den 1960er und 1970er Jahren begonnen haben, außerhalb der...
Vorsicht, wenn sich plötzlich ein dicker fetter Kater in Ihre freundlich verschlampte Wohngemeinschaft einschleicht, möglicherweise in Begleitung von einem netten Herrchen, der angeblich der große Bruder von irgendeinem der Mitbewohner sein will. Wer hat schon den Überblick über die Familienverhältnisse einer WG? Trotzdem Vorsicht, es könnte nämlich sein, dass...
