Kulturpolitik: Ende des Austauschs
Bereits im Mai letzten Jahres schuf das polnische Außenministerium eine neue Grundlage für seine Kulturdiplomatie im Dienste von «Recht und Gerechtigkeit»: Die Botschaften, Konsulate und weltweit 24 Kulturinstitute sollten sich zukünftig «dem Erbe des politischen Denkens Lech Kaczynskis» verpflichten. Auf den ersten (ausländischen) Blick mag das als recht enge kulturpolitische Rahmensetzung erscheinen, zumal der Verstorbene keinerlei politisches Schrifttum oder wenigstens Tagebücher hinterlassen hat.
Welche kulturpolitischen Veränderungen nun allerdings so dringlich waren, dass der polnische Botschafter Andrzej Przylebski die Direktorin des Polnischen Instituts in Berlin, Katarzyna Wielga-Skolimowska, mit sofortiger Wirkung «freistellen» musste, wird ein polnisches Staatsgeheimnis bleiben.
Dass der Vertrag der seit 2013 das Institut leitenden, im gesamten Berliner Kulturleben äußerst präsenten Kulturmanagerin und Theaterwissenschaftlerin über den Sommer 2017 hinaus verlängert würde, war natürlich nicht zu erwarten. Bereits letzten Herbst wurde ihr die Übersetzerin Margaret Bochwic-Ivanovska als stellvertretende Direktorin an die Seite gestellt, die beruflich ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Anja Quickert
Der steirische Schriftsteller Peter Rosegger (1843–1918) war zu Lebzeiten ein internationaler Bestsellerautor und Nobelpreiskandidat. In der Steiermark ist er ein literarisches Nationalheiligtum, bis heute wird seine das Landleben verklärende Prosa («Als ich noch der Waldbauernbub war») touristisch vermarktet. Inwiefern Rosegger, dessen Texte auch vom ...
Jodeln ertönt wie von fern. Dann klappen die Fensterläden auf und geben den Blick frei auf das dahinterliegende Grün des Flusses. Darin: drei Frauen mit Badehauben, schwimmend, singend. Singen vorüber, in kräftigen Zügen. Und für einen trügerischen Augenschein, einen Wimpernschlag lang erscheint es der Betrachterin, als schwämmen sie in einem grünen Bergsee...
Zwischendurch reicht es einem der Schauspieler. Er tritt aus dem Licht heraus nach vorne an die Rampe. «Jetzt stehe ich hier in einem weißen Hochzeitskleid und spreche über den IS», sagt er. Nach Monaten des Suchens nach theatralen Umsetzungen, sei man jetzt bei dieser Idee angekommen. Und: «Ich war gleich dagegen.» Die zwanghafte Suche nach theatralen...
