Kulturpolitik: Ende des Austauschs
Bereits im Mai letzten Jahres schuf das polnische Außenministerium eine neue Grundlage für seine Kulturdiplomatie im Dienste von «Recht und Gerechtigkeit»: Die Botschaften, Konsulate und weltweit 24 Kulturinstitute sollten sich zukünftig «dem Erbe des politischen Denkens Lech Kaczynskis» verpflichten. Auf den ersten (ausländischen) Blick mag das als recht enge kulturpolitische Rahmensetzung erscheinen, zumal der Verstorbene keinerlei politisches Schrifttum oder wenigstens Tagebücher hinterlassen hat.
Welche kulturpolitischen Veränderungen nun allerdings so dringlich waren, dass der polnische Botschafter Andrzej Przylebski die Direktorin des Polnischen Instituts in Berlin, Katarzyna Wielga-Skolimowska, mit sofortiger Wirkung «freistellen» musste, wird ein polnisches Staatsgeheimnis bleiben.
Dass der Vertrag der seit 2013 das Institut leitenden, im gesamten Berliner Kulturleben äußerst präsenten Kulturmanagerin und Theaterwissenschaftlerin über den Sommer 2017 hinaus verlängert würde, war natürlich nicht zu erwarten. Bereits letzten Herbst wurde ihr die Übersetzerin Margaret Bochwic-Ivanovska als stellvertretende Direktorin an die Seite gestellt, die beruflich ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Anja Quickert
Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde. Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts...
Jodeln ertönt wie von fern. Dann klappen die Fensterläden auf und geben den Blick frei auf das dahinterliegende Grün des Flusses. Darin: drei Frauen mit Badehauben, schwimmend, singend. Singen vorüber, in kräftigen Zügen. Und für einen trügerischen Augenschein, einen Wimpernschlag lang erscheint es der Betrachterin, als schwämmen sie in einem grünen Bergsee...
Nicht wirklich lustig, vier Tage nach der Schockstarre, in die die US-Wahlen geführt hatten, lustig sein zu wollen. Mit einem Stück, in dem es um einen Egoisten geht, der der Frau seines Freundes in den Schritt greift und alle Prinzipien lustvoll über Bord wirft, wenn es ihm nützt. Der Egoist heißt Johann Fatzer, ersonnen hat ihn Bertolt Brecht vor knapp 90...
