Dresden: Wo seid ihr denn?
Als Intro zu Oliver Frljics «Requiem für Europa» tritt der Schauspieler Sebastian Pass in einer Art Horrorclownkostüm an die Rampe des Staatsschauspiels Dresden. Er sei neu im Ensemble und habe «ein Gastgeschenk» mitgebracht, säuselt er mit einem Suggestiv-Tremolo ins Parkett, als hätte er den Job des Sandmannes übernommen. Es handele sich um einen Wunsch.
«Ganz Dresden», säuselt Pass weiter, schiebt sich die rote Plastiknase aus dem Gesicht und fixiert das Publikum, solle «platt gemacht» werden: «Jede Mutter soll mitansehen müssen, wie ihr Kind misshandelt, skalpiert und zerstückelt wird. Nichts soll von euch übrig bleiben. Nicht einmal eine Erinnerung.»
Kurzum: Der kroatische Regisseur Oliver Frljic entscheidet sich bezüglich der Frage, wie mit Europa und seinem Rechtsruck umzugehen sei in der Hochburg der Montags-«Spaziergänger» von Pegida, fürs Stilmittel des munteren Zurückprovozierens. Und zwar ausdrücklich auf Augenhöhe, also intendiertermaßen unsubtil, unansehnlich, postfaktisch: Ein naturgemäß begrenzter, aber vor dem Hintergrund, dass die bürgerliche Dresdner Mitte zwar größtenteils nicht mit «spaziert» bei Pegida, sich aber eben auch nicht öffentlich ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Christine Wahl
Der steirische Schriftsteller Peter Rosegger (1843–1918) war zu Lebzeiten ein internationaler Bestsellerautor und Nobelpreiskandidat. In der Steiermark ist er ein literarisches Nationalheiligtum, bis heute wird seine das Landleben verklärende Prosa («Als ich noch der Waldbauernbub war») touristisch vermarktet. Inwiefern Rosegger, dessen Texte auch vom ...
Aufführungen
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Jodeln ertönt wie von fern. Dann klappen die Fensterläden auf und geben den Blick frei auf das dahinterliegende Grün des Flusses. Darin: drei Frauen mit Badehauben, schwimmend, singend. Singen vorüber, in kräftigen Zügen. Und für einen trügerischen Augenschein, einen Wimpernschlag lang erscheint es der Betrachterin, als schwämmen sie in einem grünen Bergsee...
