Aus dem zersplitterten Europa
Joachim Lux friert. Der Intendant des Hamburger Thalia Theaters sitzt mit Schal und Mütze in der augenscheinlich ungeheizten Theaterbar Nachtasyl und bibbert einen Text in die Kamera, eine eher freundliche als erhellende Begrüßung zum pandemiebedingt ins Internet verlagerten Festival Lessingtage: «When theatres are closed, audiences come together in their homes for a pan-european gettogether», kündigt er akzentschwer an, wobei hier vor allem der Plural bemerkenswert ist: Es geht um «audiences», um Publika, die sich in ihren Privaträumen versammeln sollen.
Vereinzelung der Theaterfans, die Zusammenkunft entsteht durch das Festival – das ist gedanklich reizvoll, als intellektuelle und theaterpraktische Übung aber auch nicht ohne Fallstricke.
Die Lessingtage hat Lux zu seinem Amtsantritt in Hamburg 2009 aus der Taufe gehoben, ein bewusst international ausgerichtetes Festival alljährlich im Januar, das einerseits einen kulinarischen Theatergeschmack bedienen, andererseits aber auch politische Fragen nach dem multikulturellen und nicht zuletzt multireligiösen Zusammenleben in der Großstadt aufwerfen soll. In guten Jahrgängen war das dann tatsächlich ein Schaulaufen des europäischen ...
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Theater heute März 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 49
von Falk Schreiber
5./FREITAG 20.15, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (1/3)
Fernsehfilm (Österreich/Deutschland
2017) von Andreas Prochaska, mit Christa Théret, Jannis Niewöhner, Alix Poisson, Jean-Hugues Anglade, Miriam Fussenegger
21.45, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (2/3) 21.45, 3sat: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (3/3)
7./SONNTAG...
Wenn selbst Barack Obama Schluss macht mit Hip-Hop, ist es ernst. Zwei Wochen nach der Wahl im November dachte er in einem Gespräch mit dem altehrwürdigen Magazin «The Atlantic» über den Grund nach, warum Donald Trump mehr Unterstützung von schwarzen Männern erhielt als vier Jahre zuvor. «Rap music» handle primär von «bling, the women, the money», und Protz, Frauen...
Die große Frage wird nicht immer gern beantwortet. «Warum Theater?», möchten Milo Rau und sein NT Gent endlich genauer wissen – natürlich auf Englisch – und fragen 106 internationale Performer*innen, Schauspieler*innen, Tänzer*innen, Regisseur*innen und Choreograf*innen nach dem Sinn ihrer Arbeit. Anlass ist Covid-19 und die damit verbundenen Lockdowns allüberall,...
