Alles hat seine Grenzen – auch die Globalisierung
Die Flüge werden immer billiger. Aus den Lufthansa-Schauspielern sind Air-Berlin- oder Germanwings-Schauspieler geworden. Das Phänomen des zur selben Zeit an mehreren Orten engagierten Künstlers ist aber nicht mehr auf Schauspieler, Regisseure und Bühnenbildner beschränkt; auch manche Festivalmacher sind so begehrt, dass sie gleichzeitig für verschiedene Institutionen arbeiten. Stéphane Lissner etwa, der von Intendant Luc Bondy als neuer Musikdirektor der Wiener Festwochen engagiert wurde, leitet auch das Opernfestival von Aix-en-Provence.
Und kurz vor Beginn der Wiener Festwochen – genau am Tag der Pressekonferenz – wurde Lissner auch noch zum Intendanten der Mailänder Scala berufen, wo er ab sofort die Nachfolge von Riccardo Muti antritt. Der Posten-Hattrick ist sogar Lissner etwas unheimlich geworden: Im Herbst will er bekannt geben, welche seiner derzeit drei Funktionen er aufgeben wird.
Auch im Sprechtheaterbereich der Festwochen gab’s heuer ein kleines Personalproblem: Die seit 2001 amtierende Schauspieldirektorin Marie Zimmermann hatte ihren Vertrag nur unter der Bedingung bis 2007 verlängert, dass sie ein Jahr aussetzen und sich um «Theater der Welt» in Stuttgart kümmern ...
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Theater heute August/September 2005
Rubrik: Festivals Wiener Festwochen, Seite 16
von Wolfgang Kralicek
In der Wiese gelegen, geraucht und geschaut. Am Seeufer, das Treiben der Gänse im Blick. Was für ein verführerischer Gedanke, dass dieses Idyll schon Wissenschaft sein könnte. Er sei von Natur aus ein fauler Mensch, gestand Konrad Lorenz in seinem bekanntesten Buch «Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen». Das ganze Geheimnis seiner Arbeit liege im...
Christopher Frys erfolgreichstes Stück «The Lady’s Not For Burning» («Die Dame ist nicht fürs Feuer») ging so ins britische Volkskulturgut ein, dass selbst Margaret Thatcher, die bekanntlich die schönen Künste für so überflüssig wie öffentliche Busse hält, auf dem Höhepunkt ihrer politischen Karriere die Bekanntheit des Titels nutzte und subversiv dichtete «This...
Im August letzten Jahres konnte der Bayerische Rundfunk mit einer kleinen Sensation aufwarten. Dort waren Bänder gefunden worden, auf denen Fritz Kortner Teile seiner 1959 veröffentlichten Autobiographie unmittelbar nach deren Erscheinen gelesen hatte. Fünf Stunden, von denen lediglich 40 Minuten damals gesendet wurden. Fünf Stunden, von denen so mancher von...
