Alle unterm gleichen Vorhang
Sie – er – es ist einfach perfekt. Langbeinig, wallemähnig, sportlich schlank und stets lieb und zugewandt. Sie hat es von einer Sexpuppe zur einfühlsamen, durchaus kritischen Gesprächspartnerin gebracht. Wenn sie dabei zu sehr nervt, kann man die Kommentarfunktion abschalten. Peter Vogel hat sich das perfekte Liebespendant, seine «Echokammer», erschaffen und nennt es zärtlich IKI («Intime Künstliche Intelligenz»).
In Osnabrück wird IKI von Julius Janosch Schulte total sympathisch als sexy Kumpelfreundin mit unklarer Geschlechtlichkeit gespielt und hat neben täuschend echt scheinenden Liebesgefühlen auch fein austarierte pseudomenschliche Schwächen, etwa kleine Schmoll- und Eifersuchtsanwandlungen. IKI, Produkt und Projektionsfigur zugleich, kennt ihren Peter dank algorithmischer Totalkontrolle wie keine andere, unappetitliche Stoffwechseldetails und schlechte Essgewohnheiten inklusive. Und wenn das zu aufdringlich wird, kann Peter sie zum Glück herunterregulieren.
Sediert von der Liebesillusion
Der Stuttgarter Autor Kevin Rittberger hat in seiner ersten Auftragsarbeit für das Theater Osnabrück das «erste intime KI-Kammerspiel» geschrieben, ein «ökologisch-bürgerliches ...
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Theater heute November 2019
Rubrik: Das Stück, Seite 50
von Dorothea Marcus
Es beginnt märchenhaft. Das erste Bild von Thomas Heises neuem Film «Heimat ist ein Raum aus Zeit» ist die langsame Bewegung nach oben, einen grünen Pfahl entlang, der auf Waldboden steht. Am Ende des Pfahls ist ein Schild angebracht mit den Worten: «Nach der Legende stand hier Großmutters Haus.» Was dann folgt, ist allerdings keine Fabel, sondern Dokumentarismus...
Aachen, dasda theater
28. Projekt, Die Wolke (U)
R. Tom Hirtz
Aachen, Grenzlandtheater
5. nach Spoerl, Die Feuerzangenbowle
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
14. nach Poe, Unheimliche Geschichten
R. Stefan Rogge
15. nach Kipling, Das Dschungelbuch
R. Jenke Nordalm
22. Hübner und Nemitz, Furor
R. Lilli-Hannah Hoepner
Aalen, Theater der Stadt
24. Fillers und Schnitzler,...
Es ist ein altbekanntes Phänomen und bleibt doch komplett grotesk: Das Opernpublikum bejubelt frenetisch jede einzelne Diva, jeden Tenor und Bariton, spendet Bravos für Dirigent und Orchester und schaltet abrupt in dem Moment um, an dem der böse Regisseur die Premierenbühne betritt. Aus dem offensichtlich eben noch kollektiven Hochgefühl wird Empörung, Hass, ein...
