Zwischen Rotwild und Rothko
Mexikanische Wolldecken, Kunst an den Wänden und kluge Literatur in den Regalen. Ein Haus, eine Villa – aus Glas, Holz und Beton –, sehr stilvoll, sehr hoch oben in den Bergen und ganz ohne Funknetz. Die Aussicht ist «wow» und die Besitzer schwimmen im Geld. So heißt es im Text. Die Besitzer, das sind Tom und Sue. Er (Immanuel Humm) hat sein Geld in der Mobilfunkbranche gemacht und ist mittlerweile selbstverliebt in die Ü60 gealtert.
Sie (Claudia Friebel) war einst seine Assistentin, jetzt ist sie heimlich schwanger und ziemlich gelangweilt von ihrem Leben zwischen Rotwild und Rothko. Vermutlich ist das der Grund, warum sich das Paar regelmäßig Wochenendgäste in sein Anwesen lädt. Immer sind die Besucher beeindruckt, von dem Haus, der Aussicht, dem Garten, der Kunst an den Wänden und den Büchern in den Regalen. Jetzt, so erzählt die Haushälterin Maria (Isabel Baumert) in Schimmelpfennigs «Der Riss durch die Welt» sind zwei gekommen, die seien «anders als die anderen». Statt höflichem Smalltalk sprechen sie über einen «Fluss voller Blut … aus Plastik und Metall und Öl». Schwarz gekleidete Kunststudentin ist die eine, Türsteher, Drogendealer, Sprayer – oder alles zusammen – der ...
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Theater heute März 2022
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Katrin Ullmann
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