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Das Hamburger Thalia Theater schafft es mit Ach und Krach, ein internationales Festival trotz Pandemie auszurichten: die Lessingtage 2022

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«Wir werden wieder miteinander tanzen können», das ist ein Stücktitel, der all die Gefühle auf den Punkt bringt, die sich im Theater nach zwei Jahren Pandemie aufgestaut haben. Tatsächlich entpuppt sich «Avremo ancora l’occasione die ballare insieme» von Daria Deflorian und Antonio Tagliarini als sentimentale Theaterpoesie, in der eine Touristengruppe in der Zukunft ein zerstörtes Theatergebäude durchschreitet und sich fragt, was an diesem Kultort wohl für seltsame Rituale vollzogen worden seien.

Die Sehnsucht nach gemeinschaftlichem Kulturerleben wird mehr beschworen als befriedigt, aber: Als erstes Gastspiel der Lessingtage am Hamburger Thalia Theater hat der Abend seine Berechtigung: Weil die Tatsache, dass das Festival überhaupt stattfindet, schon Befriedigung genug ist. 

Als Thalia-Intendant Joachim Lux 2009 vom Wiener Burgtheater nach Hamburg kam, brachte er die Idee für ein lokal verwurzeltes jährliches Festival mit. Ab 1767 lebte Gotthold Ephraim Lessing drei Jahre in Hamburg, entwickelte (zunächst erfolglos) das Konzept eines deutschen Nationaltheaters und skizzierte erste aufklärerische Versuche. Eine Tradition, die im heutigen Hamburg, so Lux, nicht allzu viel gelte – ...

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Theater heute März 2022
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Falk Schreiber

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