Zur Kenntnis
Manche Themen haben leider immer Konjunktur. Dazu zählt etwa das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das sich vor allem in der Abtreibungsfrage konkretisiert. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Juni 2022 mit konservativer Mehrheit das Grundsatzurteil Roe-Wade aufgehoben hat und auch die alte polnische Regierung die Abtreibungsregeln massiv verschärft hat, steht dieser Kampf wieder in den Schlagzeilen. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile radikale, christlich beeinflusste Gruppen von selbsternannten Lebenschützer:innen.
Genug Stoff also, um daraus einen aktuellen Theaterabend zu schmieden, das war zumindest die Prämisse von Sahar Rezaei, der neuen Leiterin des Schauspiels am Anhaltischen Theater Dessau, die sich dieses Thema mit einem fast komplett weiblich besetzten Team vorgenommen hat. Ausgangspunkt ist Nora Deetje Leg -gemanns Text «Am Rande des Orbits», in dem eine junge Frau in Ausbildung und eine ge -standene Journalistin über das Thema Abtreibung räsonieren, wobei das Material im Laufe des Abends um dokumentarische Stimmen ergänzt wird.
«Am Rande des Orbits» hat seinen Platz auf der Studiobühne im Alten Theater. Drei große hochgestellte Rechtecke dienen als ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Torben Ibs
Zu pessimistisch sei die Jugend von heute, heißt es. Aber das Gefühl, in einer Gesellschaft zu leben, die in aller Bequemlichkeit ihrem Untergang entgegentaumelt, das hatte auch Büchner 1836, als er sein Lustspiel «Leonce und Lena» schrieb. Da war er 22. Also spielt man das Stück in Düsseldorf mit fünfzehn jungen Menschen etwa zwischen 12 und 24. Da fließt dann...
Da ist diese eine Szene, in der Sandra Hüller lacht. Sie liegt im Bett, das einen Meter entfernt ist von ihrem Mann, eine unüberbrückbare Distanz in dieser ziemlich toten Ehe. Ihr Mann (Christian Friedel) ist Rudolf Höß, der das Konzentrationslager Auschwitz aufgebaut hat und die planmäßige Vernichtung von Juden perfekt bürokratisch verwaltet. Wenn er in diesem...
AACHEN, DAS DA THEATER
22. nach Fitzek, Der erste letzte Tag
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
3. Sapienza, Die Kunst der Freude
R. Anaïs Durand-Mauptit
9. Lorenz und D’Aprile, Das Leben ein Clown (U)
R. Charlotte Lorenz und Jakob D’Aprile
ALTENBURG/GERA, THEATER
4. Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann
R....
