Zur Kenntnis
Manche Themen haben leider immer Konjunktur. Dazu zählt etwa das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das sich vor allem in der Abtreibungsfrage konkretisiert. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Juni 2022 mit konservativer Mehrheit das Grundsatzurteil Roe-Wade aufgehoben hat und auch die alte polnische Regierung die Abtreibungsregeln massiv verschärft hat, steht dieser Kampf wieder in den Schlagzeilen. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile radikale, christlich beeinflusste Gruppen von selbsternannten Lebenschützer:innen.
Genug Stoff also, um daraus einen aktuellen Theaterabend zu schmieden, das war zumindest die Prämisse von Sahar Rezaei, der neuen Leiterin des Schauspiels am Anhaltischen Theater Dessau, die sich dieses Thema mit einem fast komplett weiblich besetzten Team vorgenommen hat. Ausgangspunkt ist Nora Deetje Leg -gemanns Text «Am Rande des Orbits», in dem eine junge Frau in Ausbildung und eine ge -standene Journalistin über das Thema Abtreibung räsonieren, wobei das Material im Laufe des Abends um dokumentarische Stimmen ergänzt wird.
«Am Rande des Orbits» hat seinen Platz auf der Studiobühne im Alten Theater. Drei große hochgestellte Rechtecke dienen als ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Torben Ibs
AACHEN, DAS DA THEATER
22. nach Fitzek, Der erste letzte Tag
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
3. Sapienza, Die Kunst der Freude
R. Anaïs Durand-Mauptit
9. Lorenz und D’Aprile, Das Leben ein Clown (U)
R. Charlotte Lorenz und Jakob D’Aprile
ALTENBURG/GERA, THEATER
4. Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann
R....
Dieser Kostja kann einstecken. Der Nachwuchskünstler zuckt mit keiner Wimper, wenn seine Mutter, die berühmte Schauspielerin Arkadina, aller Welt vorführt, was für ein Baby er doch ist. Maja Beckmann baut sich gegenüber dem einen Kopf größeren Benjamin Lillie auf, packt sein Kinn, schiebt seine Wangen zu sich herunter, so dass sie die Lippen zum pausbäckigen...
Der Titel ist eine Ansage: «Karl May», Weltbestseller-Autor aus ärmlichsten Verhältnissen, dessen Männer-Helden um Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi et al. nicht nur in postkolonialen Seminarräumen bei bloßer Erwähnung die Neonröhren zum Flackern bringen. Fröhlicher Kolonialismus, kulturelle Aneignung, toxische Männlichkeit, you name it. Es braucht heute...
