Zum Glänzen geboren

Ibsen «Hedda Gabler» im Schauspiel Frankfurt

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So schick wie kalt ist dieser goldene Käfig, bei maximaler Transparenz: Der ehrgeizige, nerdige Kleinbürger Jörgen Tesman hat seine Eroberung, die schöne Generalstochter Hedda Gabler, in einen Plexiglaskasten von einer Villa gesteckt. Wie ein seltenes schönes Tier steht sie da nun und schillert, für alle sichtbar, von Neonlicht erhellt.

Die Welt allerdings, die ist in diesem großbürgerlichen Wintergarten stets ein wenig entrückt. Die Schauspieler:innen sind nur per Mikroport zu hören, auch ihre Besucher:innen hören wir häufig erst, bevor wir sie sehen.

Und Hedda, mit zurückgegeltem blondem Haar – Hedda glänzt. Sie glänzt im braunen Morgenmantel ebenso wie im blauen Jumpsuit. Sie glänzt mit makel -loser Haltung und maximaler Geschmeidigkeit. Sie schmiegt sich an ihren Ehemann, als wolle sie dieser Nähe etwas Sinn, etwas Glück abtrotzen. Aber: Es reicht nicht. Nicht für ein ganzes Leben.

Denn dieser Tesman, der ihr ein offenes Haus versprach und ein angemessenes gesellschaft -liches Leben, dieser Tesman ist ein erbärmliches Fähnchen im Wind, das jede starke Böe zu zerfleddern droht. Niemals wird er ihr das Leben bieten können, das sie braucht. Und doch, weil Ibsens vielgespielte ...

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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 57
von

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