Wunderbar wandelbar
Das Votum ist überwältigend und in der Geschichte der «Opernwelt»-Umfrage ein absolutes Novum: Fast die Hälfte aller befragten 50 Kritikerinnen und Kritiker gab ihre Stimme in der Rubrik «Sängerin des Jahres» Asmik Grigorian. Gekürt wurde die litauische Sopranistin insbesondere für ihre fesselnde Darbietung als Salome in Strauss’ gleichnamigem Musikdrama bei den Salzburger Festspielen. 2019 zauberte Grigorian sie noch einmal mit Aplomb und faszinierender darstellerischer Präsenz auf die Bühne der Felsenreitschule.
Aber auch ihr intensives Rollenporträt der Marietta (und Marie) in Korngolds Traumstück «Die tote Stadt» an der Mailänder Scala sowie ihre Gestaltung der Titelfigur von Tschaikowskys «Iolanta» an der Oper Frankfurt gerieten so packend, dass es keinen Zweifel daran gibt, warum sie das Rennen machte
Ein Regenstrom aus Felsenrissen, / Er kommt mit Donners Ungestüm, / Bergtrümmer folgen seinen Güssen, / Und Eichen stürzen unter ihm, / Erstaunt mit wollustvollem Grausen / Hört ihn der Wanderer und lauscht, / Er hört die Flut vom Felsen brausen, / Doch weiß er nicht, woher sie rauscht, / So strömen des Gesanges Wellen / Hervor aus nie entdeckten Quellen.
(Friedrich ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Sängerin des Jahres, Seite 18
von Jürgen Otten
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