«Would you like to see my cervix?»
I was thinking, what could I do to give something back to this wonderful city and the wonderful people here?», leitet die Performancekünstlerin Annie Sprinkle den wohl spektakulärsten Teil ihrer legendären Performance «Post Porn Modernist» ein. «I thought maybe I could show you all my cervix. It’s a lot of fun and I think you’d all enjoy it. Would you like to see it?»
Die Reaktionen des Publikums auf das eigenwillige Angebot der Performerin fielen erwartungsgemäß recht unterschiedlich aus.
Während einige Zuschauer*innen das New Yorker Harmony Theater einfach verließen, in dem Sprinkle ihre Sex Performance 1989 zum ersten Mal zeigte, andere auf ihren Stühlen sitzen blieben (der berühmte, selbst durch unbekleidete Bühnenrituale bekannt gewordene Theatermacher Richard Schechner beispielsweise, weil er befürchtete, als sexistischer Voyeur wahrgenommen zu werden), nutzten andere die ihnen angebotene Taschenlampe, um durch ein Spekulum Sprinkles Gebärmutterhals zu betrachten. Was teilweise erstaunliche individuelle Einsichten zeitigte: «It looks just like the head of my penis!»
Ob- oder Onszön?
Der Theaterwissenschaftlerin und -macherin Lea-Sophie Schiel dient Sprinkles sexuell ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Bücher, Seite 48
von Anja Quickert
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