Die Frau ist selbstgemacht

«Tscheplanowa» enthält das, was draufsteht: die Schauspielerin Valery Tscheplanowa im Gespräch

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Am Anfang ist das Wort. Nicht das der Befragerin, Dorte Lena Eilers, sondern das der Befragten: Valery Tscheplanowa. Sie spricht, in fünf Gedichten, die tief blicken lassen in eine eigenständige, zerrissene Seele: «Und Wache halt ich / Adler Echo, über Dich / Der Du den Aufbruch wagst ins Eigne».

Es folgt ein langes Gespräch, das auf 130 Seiten immer weiter vordringt ins Eigene der russischstämmigen Schauspielerin, geboren 1980 in Kasan, 800 km östlich von Moskau.

Wobei Eilers vor allem als bestätigendes Echo und Faktenlieferantin fungiert.

Wo es langgeht und wohin, bestimmt Tscheplanowa. Der Gesprächsverlauf mändert von Salzburg, wo sie 2019 im «Jedermann» die Buhlschaft spielte (und nur als Tod zurückkehren würde), zum russischen Schamanen in der verschneiten Hütte im Wald und dem deutschen Allein­unterhalter, in den sich die Mutter auf einem Kreuzfahrtschiff verliebt: die «Groschenroman-Episode». Er lockte Mutter und die 8-jährige Valery ins schleswig-holsteinische Kaff, aus dem Land der Emotion ins Land der Reflek­tion, wie Tscheplanowa die zwei Seelen in ihrer Brust beschreibt.

Das Patchwork aus Erinnerungen, Anekdoten, Reflektionen hat ein klares Ziel im Auge, und das heißt: ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Bücher, Seite 47
von Barbara Burckhardt

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