Wofür sich zu leben lohnt

Jannik Hinsch wechselt nach zehn Jahren in Dresden ans Hamburger Thalia Theater – ein Porträt

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Gemessen daran, dass der Herzog Orsino eigentlich ein weinerlicher Typ ist, springt er im Hamburger Thalia Theater ziemlich vital über die Bühne. Nicht, dass sich der illyrische Blaublüter aus Shakespeares «Was ihr wollt» nicht auch hier maximal selbstergriffen nach der herzlich desinteressierten Gräfin Olivia verzehren würde.

Aber so, wie Jannik Hinsch in seinem violetten Dreiteiler die Bühnenbild-Stufen nimmt und nach jeder Landung mit einem stilechten Signature-Move die rotblonde Langhaarfrisur zurück an Ort und Stelle schüttelt, bleibt noch im passioniertesten Barmen eine grundsympathische Bodenhaftung erkennbar. Irgendetwas, was einem signalisiert, dass dieser Typ sich im Zweifel stets mit einem guten Glas Wein korrumpieren ließe. Wo noch unter dem suizidalsten Pathos derart hochfrequentig die dionysische Ader pulsiert, kann man einfach nicht an der falschen Adresse sein – weshalb man in Hinschs Darstellung auch endlich mal versteht, was die zum Diener verkleidete Undercover-Viola überhaupt an diesem Mann findet.

«Im Grunde», erklärt Jannik Hinsch backstage, «hat man es bei ‹Was ihr wollt› ja mit klar geschnittenen Komödiencharakteren zu tun, die man praktisch auf dem ...

JANNIK HINSCH, geboren 1994 im badischen Rastatt, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» in Leipzig und wurde direkt im Anschluss 2017 ans Dresdner Staatsschauspiel übernommen, wo er u.a. bei Frank Castorf in «Dantons Tod» (oben) nach Georg Büchner spielte. Zur laufenden Spielzeit wechselte er ans Thalia Theater Hamburg

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Theater heute März 2026
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Christine Wahl

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