Wo bleibt das genervte Stöhnen
Ich gestehe: Ich habe auch gekocht beim Streaming-Gucken. Zumindest bei meinen eigenen Inszenierungen, wenn ich an den Abenden nicht im Theater war, sondern zu Hause. Dann haben meine Frau und ich den Laptop schon mal in der Küche aufgestellt. Seien wir ehrlich: Eine gestreamte Vorstellung verführt dazu, dass man zwar «reinschaut», aber nicht richtig hinschaut. Nicht wie im Theatersaal.
Am Schauspielhaus Bochum haben wir etliche Inszenierungen als Geistervorstellungen vor leerem Saal gespielt und live gestreamt.
Wir haben im Dezember begonnen, erst einmal bei freiem Eintritt, zum Beispiel «King Lear», wofür sich 1600 Menschen angemeldet hatten, und später dann mit einem gestaffelten Preissystem, wo unser Publikum auch seine aufgestauten Abo-Gutscheine einlösen konnte. Es ging darum, den Kontakt zum Publikum nicht abreißen zu lassen. Es ging darum, etwas zurückzugeben. Es ging darum zu zeigen, was wir mit unserer Kunst erzählen wollen. Es ging auch darum, den «Betrieb Theater» lebendig zu halten.
Es hat auch Spaß gemacht. Sich zu überlegen, wie eine kamerataugliche Adaption einer Inszenierung sein müsste. Wir alle kennen die hochprofessionellen Fernsehaufzeichnungen von ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Streaming, Seite 96
von Johan Simons
Telegram Chatgruppe von punktlive am 23.5.21 Members:
Cosmea Regie, Berlin
Lotta Liveschnitt & Assistenz, Wien
Leo Technische Konzeption, Freiburg
Sofie Produktion, Stuttgart
Jonny Schauspiel, Bochum
Flo Schauspiel, Augsburg
Klara Schauspiel, Wiesbaden, für die Dauer des Chats aber in Griechenland im Urlaub
Cosmea hey Leude, Theater heute hat gefragt ob...
Im Jahr 1916 erscheint Franziska Gräfin zu Reventlows Buch «Der Geldkomplex». Es spielt in einem Setting, das wir von Thomas Manns acht Jahre später erschienenem «Zauberberg» gut kennen: einem Sanatorium. Reventlows Hauptfigur leidet, ähnlich wie die Autorin, an permanenter Geldknappheit. Nach neuestem medizinischen Wissensstand der Freudschen Psychoanalyse wird...
Digitales Theater ist genau genommen kein Theater. Es ist ein seltsamer Hybrid, eine Kreuzung aus Film und Theater, an dessen Erforschung und Entwicklung an allen Theatern Europas gerade fieberhaft gearbeitet wird. Mit offenem Ende. Dabei ist ein Paradox offensichtlich: Die Digitalisierung entfernt die zwei Haupt-Protagonist:innen des Theaters – also Bühne und...
