«Wir waren politisch wirkungslos»

Wenn Theater Mentalitätsgeschichte wird: Stefan Schnabel zeichnet Volker Löschs Dresdner Bürgerchor-Inszenierungen nach

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Immer wieder Dresden. Zwar haben sich jüngst die PEGIDA-Demonstrationen aufgelöst, doch die Keimzelle der in Großteilen rechtsextremen AfD war eben die dort versammelte Melange aus Frust und Fremdenhass, die sich ohne nennenswerte Gegenwehr der Zivilgesellschaft auf den Dresdner Straßen Raum nahm. Ebenso wie die offen neonazistischen Demonstrationen zum 13. Februar, dem Gedenktag an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Mitten in diesen braunen Schockwellen steht das Staatsschauspiel als Trutzburg der Kunst, das sich zu diesem Außen irgendwie verhalten muss.

Unter dem Intendanten Holk Freytag war es die große Idee von Volker Lösch, dieses Außen nach innen zu holen, um zu schauen, worum es eigentlich geht, was da so gärt, und wie man in einen theatralen Verhandlungsprozess eintreten kann. Das Ergebnis waren fünfeinhalb Inszenierungen zwischen 2003 und 2015: «Die Orestie des Aischylos», «Die Weber» (und als Derivat «Die Dresdner Weber»), «Woyzeck», «Die Wunde Dresden» und schließlich «Graf Öderland / Wir sind das Volk». Das Besondere an diesen Inszenierungen: Es waren nicht nur Stückbearbeitungen, sondern es kam jeweils ein Bürgerchor zum Einsatz, der nicht nur Texte ...

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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 38
von Torben Ibs

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