Wir müssen ein bisschen Platz machen
Europa wahrhaftig zu verteidigen bedeutet, die Idee von Europa zu schützen und eben nicht die Grenzen. Konstantin Küsperts Stück kann als ein leidenschaftliches Plädoyer für ein (europäisches) Engagement gelesen werden.
Was macht Europa aus, fragt das Stück, sind es die Werte der Aufklärung, die Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Oder ist Europa nur ein Wirtschaftsraum und die EU ausschließlich eine Organisation, die ihren weltweit agierenden Unternehmen einen Heim- und damit Wettbewerbsvorteil verschaffen soll? Ist Europa eine Trutzburg, eine Festung gegen «Überfremdung», von Frontex geschützt? Eine Wohlfühloase im globalen Zusammenhang? Wer darf es sich drinnen gemütlich machen, wer muss leider draußen bleiben? Wie viele «Fremde» verträgt der Kontinent? Mit wem haben wir Mitleid? «Wir müssen ein bisschen Platz machen, damit sie rein passen … unseren Wohlstand teilen, ja, auch das», sagt eine Stimme im Stück.
Küspert entwirft in «europa verteidigen» drei Erzählebenen, deren Teile immer neu miteinander verschränkt werden können. Er überschreibt sie mit: «Festung Europa», «Opfer Europa», «Mutter Europa». Es sind Mythen, Geschichte und Geschichten, schließlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 166
von Remsi Al Khalisi
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