Wir, die menschlichen Leute
Der Kapitalismus ist ein System von Abhängigkeiten, die von innen nach außen, von außen nach innen, von oben nach unten und von unten nach oben gehen. Alles ist abhängig, alles ist gefesselt. «Kapitalismus ist ein Zustand der Welt und der Seele», heißt es in dem allzu bekannten Zitat von Franz Kafka. Selma Kay Matter zeigt dieses System als ein kompliziert verzweigtes Gefüge, in dessen Zentrum sich menschliche Schuld sammelt.
«Helena oder Stay safe and sorry» schlägt als eine Art Sci-Fi-Komödie im Sinne der feministischen Theoretikerin Donna Haraway (Science-Fiction, Science-Fact, Science-Fantasy) einen Ausweg aus dem zerstörerischen Anthropozentrismus und dem ihm innewohnenden kapitalistischen Machtgefüge vor.
Helena kommt von einem Kreuzfahrt-Trip mit ihrem Lover Paris zurück in Menelaos Dachwohnung. Die schuldbeladenen Zuschreibungen von erotischer Abgründigkeit und Untreue kümmern sie in modernen Zeiten nicht mehr. «Helena/du siehst mal wieder aus wie aus dem Ei gepellt», wird sie von einem verunsicherten Menelaos empfangen und kontert: «Du bist ein Hund, der sein Gespeites frisst.» Menelaos versucht irgendwie, zu ihr durchzudringen, aber Helena reagiert abweisend. Sie hat auf ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 155
von Remsi Al Khalisi
Dieses Jahr im Mai war ich auf dem Divadelní Flora Festival in Olomouc, zu dem Arbeiten von Theatermacher:innen aus Deutschland, Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern eingeladen waren. Es gab einen regen Austausch, auch auf Panels, bei denen über das Theatermachen in Ost- und Westeuropa reflektiert wurde – und dies in dem Jahr, in dem sich der Beginn der...
A Sina Ahlers
Milch & Schuld (Staatstheater Kassel)
Emre Akal
nach Henrik Ibsen: Barrrbie ein Puppenheim (Thalia Theater Hamburg)
Sally Anger
Blockflötenkomödie (AT) (Junges Nationaltheater Mannheim)
B Olga Bach
Im Ferienlager (Schauspiel Stuttgart)
Ingeborg Bachmann und Max Frisch
Wir haben es nicht gut gemacht. Nach dem Briefwechsel (Schauspiel Frankfurt)
L...
Wann haben Sie sich zuletzt so richtig geärgert, und warum? Die Frage trifft. Ich fühle mich ertappt und gehe im Geiste die Situationen durch, in denen ich zur Beute dieses ungeliebten und unattraktiven Gefühls geworden bin, frage mich, ob ich mich zu oft geärgert habe in letzter Zeit, vielleicht auch zu sehr und womöglich aus zu geringem Anlass? Ich frage mich...
