Wildern im Revier der Männer

Von der lähmenden Macht des Patriarchats: An den Münchner Kammerspielen inszeniert Felicitas Brucker Constance Debrés Autofiktion «Love me tender», Lucia Bihler seziert Marieluise Fleißers «Pioniere in Ingolstadt» am Münchner Volkstheater

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Der Sprung ins kalte Wasser. Die Ich-Erzählerin in Constance Debrés Autofiktion «Love me tender» wagt ihn: Mit Körperspannung und offenen Augen taucht sie ab in eine neue Existenz zwischen Mut und Übermut, Sehnsucht und Isolation. Die Figur, ein Alter Ego der französischen Schriftstellerin Constance Debré, schwimmt buchstäblich gegen den Strom. Tag um Tag zieht sie ihre Bahnen im Schwimmbecken, als könnte sie so alles hinter sich lassen.

Die Karriere als Anwältin, die großbürgerliche Familie, den narzisstischen Ex-Mann, ihre Rolle als Mutter eines achtjährigen Kindes: «Warum sollte die Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn nicht genau wie jede andere sein? Warum sollten wir uns nicht trennen können? Warum sollten wir nicht aufhören können, einander zu lieben?»

Diese drei Sätze sind die ersten in Debrés Buch – und auch die ersten, die in der Inszenierung von Felicitas Brucker an den Münchner Kammerspielen fallen. Das Setting: rohe Wände, ein glatter, spiegelnder Bühnen -boden. Dazu drei Flachbildschirme, auf denen Bilder einer Schwimmerin in Zeitlupe flimmern, und vertikal herabhängende Leuchtstoffröhren. Der kühl-reduzierte Bühnenraum von Viva Schudt bietet keinerlei Schutz ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 15
von Ella Rendtorff

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