Emre Akal: Es sagt, es liebt uns
Figuren:
Vater Tochter MO-NI MR01 und Herr Lenz
VORSPIEL
Herr Lenz von der Firma MR01 Vor Ihnen steht MO-NI, Modellreihe MR01, der Firma MR01. Es gibt also nur eine. Also jüngster Stand. Sie übernimmt häusliche Vollversorgung, erkennt und glättet emotionale Spitzen, führt Dialogsimulationen, vermeidet Eskalation durch Umleitung auf harmlose Themen (Wetter, Essen, Tiere mit weichem Fell) und verfolgt als Hauptziel: Ihr Glück, Herr K.
Nicht nur Ordnung, nicht nur Sauberkeit, Glück.
Vater Aha.
Herr Lenz von der Firma MR01 Aussehen: jung, schön (scharf), freundlich, lichtbeständig. Dauerlächeln bei 12–14 Grad Mundwinkelhebung, nie zähnefletschend, nie herablassend. Stets Zustimmung signalisierend, um die kognitive Reibung im Alltag zu minimieren. Bonus: eingespeiste positive Anteile ihrer gewesenen Ehefrau, ganz nach Ihrem Wunsch!
Tochter Herr Lenz, Moni sieht wirklich echt aus.
Herr Lenz von der Firma MR01 MO-NI. Modular-Organische-Neuro-Intelligenz. Der Name ist eine Typenbezeichnung. Namen können zugewiesen werden. Wir sehen häufig Spitznamen. Wenn gewünscht, gäbe es auch kulturell konnotierte Varianten: polnische Namen wie Halina, Danuta, Bogusława, Krystyna; türkische Namen wie ...
EMRE AKAL, geboren 1981 in München, ist Autor und Regisseur. Seine Stücke und Inszenierungen sind und waren u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspielhaus Graz, am Schauspiel Leipzig, am Nationaltheater Mannheim und in der Freien Szene in München, Stuttgart und Wien zu sehen. Für sein Stück «Hotel Pink Lulu» erhielt er 2020 den exil-Dramatiker*innenpreis der WIENER WORTSTAETTEN, 2023 wurde er mit dem Bayerischen Kunstpreis für Literatur ausgezeichnet.
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Theater heute März 2026
Rubrik: Das Stück, Seite 75
von
7.3./SAMSTAG
22.35, 3sat: Barbara Sukowa – Spielen wie ein Kind, Dokumentation, D 2024
Ob bei Rainer Werner Fassbinder oder Margarethe von Trotta – Barbara Sukowa spielt immer wieder widerständige, risikofreudige Frauen. Regie Anke Sterneborg und Irene Höfer
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28 Minuten: Made in France, Theaterstück von Samuel Valensi, F 2026
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