Wie wir wurden, was wir sind
Das Kind sitzt im Birnbaum und erfindet die Welt. Aber nichts von dieser eigenen Welt gehört wirklich ihm – denn derart symbiotisch ist die Verbindung zum Vater, dass der Junge dessen Träume noch einmal träumt. Die Astgabel im Baum – so stellt er sich das vor – ist der Pilotensitz eines Kampffliegers, und mit Birnen legt er immer wieder Rotterdam in Schutt und Asche.
Wie der Generalfeldmarschall Albert Kesselring das im wirklichen Leben des Weltkriegs besorgte und besorgen ließ; als Kriegsverbrecher verurteilt, saß dieser Kesselring wenige Haftjahre im damaligen Militär-Gefängnis in Werl ab, bevor er früh und schnell begnadigt wurde. Auch Leute wie er wurden dringend benötigt für den Aufbau der neuwestdeutschen Bundeswehr … Im Knast von Werl aber hatte Edgar Selge gleich zwölf dieser hoch- bis höchstrangigen Kriegsverbrecher zuvorkommendst umsorgt; als stellvertretender Anstaltsleiter. Jetzt träumt Selges Sohn, der auch Edgar heißt, dass er zu Hause im Garten Birnenbomben wirft auf Rotterdam.
Der Schauspieler Edgar Selge erzählt vom Vater, der nicht nur heißt wie der Sohn, sondern ihn das eigene Berufsleben lang prägt: als Jurist und Direktor im Strafvollzug. Sohn Edgar erzählt ...
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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Bücher, Seite 65
von Michael Laages
1./MITTWOCH 22.40, arte: 40 Jahre Aids – Schweigen = Tod
Dokumentation (Deutschland 2021) von Jobst Knigge
23.15, arte: Hervé Guibert – Anschreiben gegen den Tod
Dokumentarfilm (Frankreich 2019) von David Teboul
2./DONNERSTAG 22.30, arte: Toni Erdmann
Spielfilm (Deutschland/Österreich 2016) von Maren Ade, mit Sandra Hüller, Peter Simonischek, Michael...
Das ist ein Buch, das man eigentlich laut vorsingen müsste. Nur so würde man dem einzigartigen Klang seiner Sprache gerecht werden. Ein kleines Wunderwerk, freilich weniger aufgrund seiner etwas verworrenen Geschichte als wegen seiner durchgängigen Melodie, die sich einem kratzig einschmeichelt.
Ferdinand Schmalz, der gefeierte Bühnenautor, hat mit seinem ersten...
Heinz-Norbert Jocks Sie sagten einmal, der Darsteller müsse, wie alle anderen Künstler, mit dem Körper denken. Warum betonen Sie die Körperlichkeit so stark?
Robert Wilson Der Geist ist ein Muskel. Zeit ist etwas, das wir erleben. Nichts Intellektuelles. Über mein Theater wird gesagt, man bewege sich langsam. Wenn man denkt, man bewegt sich langsam, denkt man...
