Widersprüche statt Gegensätze

Kolumne: Welche Aufgabe dem Theater in diesen Zeiten zukommt

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Ach, wär’s doch wie früher: vor Corona, vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, vor dem grausamen Massaker an Juden am 7. Oktober und dem brutalen Vernichtungskrieg in Gaza und all den Folgen für die westliche Welt, die nun einen Teil ihrer Sicherheit und ihres Wohlstands einbüßt … Das mögen viele in diesem Land denken und die Politik tut ihr Übriges dazu. Sie will uns glauben machen, dass wir die Krise nur überstehen müssen, durchhalten, danach würde es dann wieder so, wie es früher einmal war.

Wen überzeugt noch dieser Trost, der sich wie eine fatale Beschwichtigung ausnimmt. Kollabiert das System nicht womöglich längst?

Erinnern wir uns: Mit zunehmender Globalisierung wurde die Welt – wie es Habermas einmal in einem Buchtitel konstatierte – immer unübersichtlicher. Daraus entstand schon bald die Flucht in die Spaßgesellschaft, um sich vor dem Gefühl der eigenen Ohnmacht zu retten. Doch der Spaß ist vorbei. Die auferlegte Selbstoptimierung führt mehr und mehr in die Erschöpfung, und so bleibt scheinbar nur eins: Die Flucht in die Vereinfachung. Denn was ist es anderes als eine Komplexitätsreduktion, die hinter dieser ständigen Polarisierung unserer öffentlichen Debatten ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Marion Tiedtke

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