Neue Setzlinge
Es beginnt mit einer Absage. «Sorry», sagen die beiden israelischen Theatermacher Ido Shaked und Hannan Ishay, «aber unser Stück kann leider nicht stattfinden». Die Bühne im Leipziger «Westflügel» sieht aus wie ein Probenraum nach dem letzten Brainstorming, mit Stühlen, Stelltafel und einer Leiter, auf der ein palästinensisches Fußballtrikot platziert ist (allerdings nicht dasselbe, das kürzlich zur Absage eines Auftritts des Rappers Chefket im Berliner HKW geführt hat).
Aber dann lassen Shaked und Ishay die Konzeption ihres Auftragswerks für ein französisches Festival noch mal Revue passieren, verheddern sich zwischen Publikumserwartungen und eigenen Ansprüchen, Vorurteilen, Redetabus und ihrem eigenen Humor der Verzweiflung. «The Director’s Guide for Theater During Wartime», so der Titel des im Umfeld des 7. Oktobers 2023 entwickelten Stücks, findet also doch statt.
Es war ein smarter Move der Jury des Festivals Politik im Freien Theater, mit Shaked und Ishay zwei Israelis einzuladen, die keinen Hehl aus ihrer Kritik an der Regierung Netanjahu machen, sich zugleich aber Schwarz-Weiß-Lesarten des Nahostkonflikts verweigern und ehrlich zugeben, dass Theater diese verfahrene ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Eva Behrendt
Ach, wär’s doch wie früher: vor Corona, vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, vor dem grausamen Massaker an Juden am 7. Oktober und dem brutalen Vernichtungskrieg in Gaza und all den Folgen für die westliche Welt, die nun einen Teil ihrer Sicherheit und ihres Wohlstands einbüßt … Das mögen viele in diesem Land denken und die Politik tut ihr Übriges dazu....
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