Quatsch und Komik

Antú Romero Nunes inszeniert Shakespeares «Was ihr wollt» am Berliner Ensemble

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Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?» Die Grundfrage der Philosophie nach Martin Heidegger lässt sich profan beantworten, etwa von Physikern: Weil es den Urknall gab. Oder von Logikern: Die Frage ist falsch gestellt, das «Nichts» ist Quatsch, es gibt nur Prädikate von Seiendem. Oder aber vom Künstler: Es gibt etwas, weil es die Einbildungskraft gibt. Sie füllt die existenzielle Leere, sie bevölkert das Nichts.

So würde es wohl Antú Romero Nunes deuten, der unter den Regisseuren der vielleicht entschiedenste Theaterpurist ist, ein Stehgreif-Illusionist.

Wenn seine Spieler:innen einander eine Geldbörse reichen, dann stecken sie die hohle Hand vor und sagen «Pling» – schon stellt sich das Ding vor unserem inneren Auge auf – Theater aus dem leeren Raum.

Mit Shakespeares «Was ihr wollt» findet diese Praxis einen angemessenen Gegenstand. Die Verwechslungskomödie hat in den letzten Jahren eine sagenhafte Karriere auf den Bühnen hingelegt, weil sie wie gemacht scheint für unsere genderfluide, metrosexuelle Zeit. Nach einem Schiffbruch ist die Edelfrau Viola auf sich allein gestellt, verkleidet sich zum Schutz als Mann und heuert in der Maskerade beim Herzog Orsino an. ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Christian Rakow

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