Möbliertes Alleinsein
In Arthur Schnitzlers «Reigen» sagt in der fünften Szene der Ehemann zu der jungen Frau: «Uns wird das, was man so gemeinhin die Liebe nennt, recht gründlich widerwärtig gemacht; denn was sind das schließlich für Geschöpfe, auf die wir ange -wiesen sind!» Die beiden haben sich zusammengefunden, obwohl sie nicht zusammen -gehören. Sie werden wieder auseinander gehen, und der oder die eine aus dem zufälligen Duo wird eine neue Liaison mit einem oder einer Unbekannten eingehen.
Und so weiter, wir kennen das erotische Spiel, das Schnitzler seinerzeit laute Empörung einbrachte, obwohl – oder: weil es doch nur der Wirklichkeit abgeschaut war.
Der «Reigen» ist ein zutiefst trauriges Abbild menschlicher Verhaltensweisen, das tiefe Lied auf das «Unding der Liebe» (Ludwig Fels), die Dokumentation von Gier, Missachtung, Unterdrückung, Enttäuschung, Sehnsucht und was noch so alles zu einer falschen Beziehung im Echten gehört.
In jeder Szene kommt es zur schnellen, wie beiläufigen Nummer, die Schnitzler mit zeilenlangen Gedankenstrichen andeutet. Roland Schimmelpfennig braucht für diesen sexuellen Vorgang auch nur ein paar Worte: «Sie wird kommen, und dann wird er kommen, und dann wird sie ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 52
von Bernd Noack
Kann man das? Will man das? Muss man es vielleicht sogar? Den großen blutigen Elefanten in unseren Köpfen, den Krieg, der nicht aufhört und immer näher heranschleicht, auf die Bühne bringen!? Wie kann das gehen, ohne banal oder blutrünstig zu werden? Scheitern erscheint hier nicht nur als Option, sondern fast vorprogrammiert, aber ein Versuch ist es wert, und sei...
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Pläne der Redaktion
Richard Foreman war ein halbes Jahrhundert lang New Yorker Avantgarde. Sein ontological-hysteric Theater, ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Text, Figur, Requisit, Ton und Musik, hat schon dekonstruiert, bevor es den Begriff gab. Eine Erinnerung
Die Neuen kommen: In Nürnberg hat Lene Grösch das Schauspiel übernommen, in Freiburg heißt der...
