What if?

Lars Werner «Die ersten hundert Tage»

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Die Leute, die man am ersten Tag in der Uni trifft, bleiben für immer deine Clique»: Bei Lars Werners neuestem Stück sind das Silvio, ein weißer deutscher Mann aus Frankfurt; Roya, eine deutsche Journalistin of Color; Marin, ein weißer Mann (möglicherweise aus Köln) und Lou, eine Gender-non-konforme Wissenschaftler:in und Ak -tivist:in aus Tschechien. Das erste Mal getroffen haben sich die vier im Hörsaal der Uni Heidelberg – und seitdem sind sie eben, nun ja, eine Clique. Eine Clique, die sich jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag trifft und ihre Freundschaft feiert.

Eine Clique, die nicht immer einer Meinung ist, damit aber auch irgendwie klarkommt. Eine Clique, die bei Silvios Hochzeit fundamental aneinandergerät – und eine Clique, die sich trotz allem wieder trifft, auch wenn die Basis ihrer Freundschaft unwiderruflich zerrüttet scheint. «Manche Freunde werden im Rückblick besser. Andere nicht.»

Damals, im Studium, haben sie lachend und vermutlich leicht ironisch gesagt. «Wir kennen uns erst, wenn wir wissen, was wir wählen.» Damals waren sie alle irgendwie links, waren alle irgendwie Aktivist:innen, waren sensibilisiert und politisiert. Jetzt, am ersten Weihnachtsfeiertag ...

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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Neue Stücke, Seite 162
von Lene Grösch

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