Wettstreit um einen Füller
Auf den ersten Blick: Das gute Zimmermannshandwerk soll es also richten. Johan Simons hat seine «Vergessene Straße» aus Sperrholz quer in die Jahrhunderthalle Bochum gebaut, gut zwanzig Meter lang. Betont karge Häuserfronten, die teils wie Schiebetüren zu handhaben sind, bieten sich den Publikumstribünen zu beiden Seiten dar. Nach oben schließt die Straße durch eine Decke ab. Es ist ein Tunnelschacht, mit dem sich die Kunst in das einstige Stahlwerk hineingräbt.
Gut eine Woche später drängt es Alain Platel mit «Pitié! Erbarme Dich!» an selber Stelle in die Höhe.
Den Bühnenhintergrund dominiert ein hölzerner Burgfried, der zu den Gittertreppen und Stahlverankerungen unter dem Fabrikdach hinauf weist. Von dort hängen Kuhlederhäute an schweren Ketten herab. Das Versprechen der RuhrTriennale, die verwaisten Industriekathedralen von NRW künstlerisch und architektonisch wieder zu beleben, löst sich zumindest in den Bühnenbildern ein. Ministerpräsident Rüttgers, Gast beider Premieren, wird es freuen.
Brüderlichkeit, Mitgefühl
Als «Kreationen» labelt die RuhrTriennale ihre Gesamtkunstwerkreihe, in der neue Stücke mit live orchestrierter Musik den Weg in die Industrieräume bahnen. Mit ...
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Weit entfernt in der Dämmerung tapern Figuren übers brache Land, kommen zueinander und verlassen sich, kaum erkennbar erschlägt da wer wen, andere haben Sex (sieht nicht einvernehmlich aus), hier und da meint man, den Faden einer brutalen, aber völlig stummen Geschichte in die Hand zu bekommen, greift daneben oder hält ihn kurz, bevor er durch die Finger rutscht...
