Wettstreit um einen Füller

Erkundungen des Miteinander: Für die 7. RuhrTriennale zeigt Johan Simons «Vergessene Straße» nach dem Roman von Louis Paul Boon; Alain Platel und Fabrizio Cassol inszenieren die Tanzkreation «Pitié! Erbarme Dich!» nach Bachs Matthäus-Passion

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Auf den ersten Blick: Das gute Zimmermannshandwerk soll es also richten. Johan Simons hat seine «Vergessene Straße» aus Sperrholz quer in die Jahrhunderthalle Bochum gebaut, gut zwanzig Meter lang. Betont karge Häuserfronten, die teils wie Schiebetüren zu handhaben sind, bieten sich den Publikumstribünen zu beiden Seiten dar. Nach oben schließt die Straße durch eine Decke ab. Es ist ein Tunnel­schacht, mit dem sich die Kunst in das einstige Stahlwerk hineingräbt.

Gut eine Woche später drängt es Alain Platel mit «Pitié! Erbarme Dich!» an selber Stelle in die Höhe.

Den Bühnenhintergrund dominiert ein hölzerner Burgfried, der zu den Gittertreppen und Stahlverankerungen unter dem Fabrikdach hinauf weist. Von dort hängen Kuhlederhäute an schweren Ketten herab. Das Versprechen der Ruhr­­Triennale, die verwaisten Industriekathedralen von NRW künstlerisch und architektonisch wieder zu beleben, löst sich zumindest in den Bühnen­bildern ein. Ministerpräsident Rüttgers, Gast beider Premieren, wird es freuen.
 

Brüderlichkeit, Mitgefühl

Als «Kreationen» labelt die RuhrTriennale ihre Gesamtkunstwerkreihe, in der neue Stücke mit live orchestrierter Musik den Weg in die Industrieräume bahnen. Mit ...

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Theater heute Oktober 2008
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 30
von Christian Rakow

Vergriffen
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