Postpartale Aufklärung

Eins der letzten Tabus unserer Gesellschaft sei sie, die «postpartale Depression», die Depression nach der Entbindung, behauptet das Presseheft zu Emily Atefs Film «Das Fremde in mir» nicht ohne Pathos. Aufklärung über, Verständnis für eine schwer vermittelbare Krankheit, der laut Wikipedia jährlich 80.000 Frauen in Deutschland zum Opfer fallen, hat sich die junge, in Berlin geborene Franko-Iranerin für ihren zweiten Spielfilm vorgenommen, und der bemerkenswert besetzte und gespielte Film wäre ohne diesen Vorsatz vielleicht ein wenig überraschender ausgefallen.

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Eins der letzten Tabus unserer Gesellschaft sei sie, die «postpartale Depression», die Depression nach der Entbindung, behauptet das Presseheft zu Emily Atefs Film «Das Fremde in mir» nicht ohne Pathos. Aufklärung über, Verständnis für eine schwer vermittelbare Krankheit, der laut Wikipedia jährlich 80.000 Frauen in Deutschland zum Opfer fallen, hat sich die junge, in Berlin geborene Franko-Iranerin für ihren zweiten Spielfilm vorgenommen, und der bemerkenswert besetzte und gespielte Film wäre ohne diesen Vorsatz vielleicht ein wenig überraschender ausgefallen.


 

Denn als wolle er die Phasen von Krankheit und Genesung streng nach Wikipedia durch­deklinieren, zeigt der Film in spröden Kurz­szenen Stationen einer Psychopathologie. Nimmt sich wenig Zeit, die Normalität der Beziehung von Rebekka (Susanne Wolff) und Julian (Johann von Bülow) vor der Geburt zu etablieren, bevor er sich ausführlich einrichtet im nachgeburt­lichen Elend: dem ersten Befremden Rebekkas dem Baby gegenüber, das Schwägerin Elise (Judith Engel) demonstrativ herzt und küsst, die Einsamkeit in der Wohnung, allein mit dem Kind, leerer Kühlschrank, Sex-Unlust, Beziehungskrise. Rebekkas ungelenke Versuche, das Kind zu ...

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Theater heute Oktober 2008
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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