«Wer vögelt, hat mehr vom Schlagen»

Der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat unbedingt Recht, wenn er nach dem jahrzehntelangen Inzest-Verbrechen von Amstetten davor warnt, ganz Österreich unter Mentalitäts-Verdacht zu stellen: «Es gibt keinen Fall Österreich, sondern ein grausliches Gewaltverbrechen.» Sein Land wehre sich dagegen, «dass von einigen ausländischen Medien versucht wird, aus diesem entsetzlichen Verbrechen etwas spezifisch Österreichisches zu konstruieren». Andererseits gibt es durchaus spezifisch Österreichisches – seine Dichter und Denker. Elfriede Jelinek hat auf ihrer Homepage (www.elfriedejelinek.com) auf den Fall Amstetten reagiert, leider alle Zitate untersagt. Stattdessen erinnern wir an dieser Stelle an das Werk des 1999 verstorbenen Werner Schwab und zitieren aus seinem ersten Stück «übergewicht unwichtig unform», abgedruckt in TH 3/1991. Ob sich Schwab hätte vorstellen können, wie die Realität seine Groteske einholt?

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Schweindi Sei doch nicht so streng, Hasi, was soll denn unser Sohn über die Welt denken, wenn er das hört. Wir sind doch Familienmenschen, eine richtig einheimische Familie. Wir sind gefühlvolle Menschen und müssen die Worte nachsichtig einsetzen.

Hasi Da muss unserem Familienoberhaupt aber einmal das Schwänzchen himmelwärts aufsteigen, sonst ist es Essig mit den Hasenkindern, sonst bleiben die Kinder im Himmelszelt.



Jürgen Sie sollten vielleicht doch einmal einen Arzt aufsuchen, Herr Schweindi, wissen Sie, was der größte Scheißdreck auf der Welt ist? Ein Brot und wenn man nicht vögeln kann. (Schweindi springt auf, bringt aber kein Wort heraus. Die Wirtin bewegt sich auf Karli zu.)

Karli Ich erbitte eine Vergebung, Herr Schweindi. (Er gibt Herta präventiv eine Ohrfeige.) Ich kann schon gut vögeln, gell Herta, sag’, daß ich sehr gut vögeln kann. Erkläre den Menschen, daß der Karli immer ein steifes gesundes Fleisch in der Hose hat. (Herta gibt ihm eine Ohrfeige.) Na bitte, das ist der Beweis. Die Frau Wirtin weiß ja auch, daß ich gut vögeln kann, die haut mich ja auch immer.

Jürgen Es wird zuviel gehaut auf dieser Welt. Der menschlichen Seelenlandschaft wird andauernd in ihre ...

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Theater heute Juni 2008
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Werner Schwab

Vergriffen
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