Selbstverständlich neu
Antigone hat ein Problem. Das hat sie seit mehr als 2400 Jahren, als Sophokles ihre Geschichte aufschrieb. Aber jetzt ist die Lage wirklich prekär. Ihr Bruder verübte einen Selbstmordanschlag auf das Haus, in dem sie mit Haimon und ihrem Schwiegervater Kreon wohnt; dieser mutiert vom demokratischen Präsidenten zum angstzerfressenen Diktator, sie von einer gemäßigten Muslima zu einer radikalen. Doch ganz abgesehen von der Frage, wie man einen Attentäter beerdigen will, der sich gerade mit ein paar hundert Kilo Sprengstoff pulverisiert hat, ist Antigones Dilemma ein theatrales.
Sie verschwindet, nachdem alle Details des Anschlags offenbar werden, als Figur und taucht als Projektionsfläche wieder auf. Antigone im Video- und Mediengewitter, Antigone als mögliche RAF-Ikone, Antigone als Freiheitskämpferin, Antigone rettet Europa vor dessen Ignoranz.
Als Anfang der neunziger Jahre die ersten sogenannten postdramatischen Stücke auftauchten und das Theater als ästhetische Anstalt darauf reagieren musste, steckte Yael Ronen, die Regisseurin dieser «Antigone», gerade in der Pubertät. Inzwischen haben die Stadttheater die einst in der Freien Szene entstandenen performativen Ausdrucksformen ...
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Schweindi Sei doch nicht so streng, Hasi, was soll denn unser Sohn über die Welt denken, wenn er das hört. Wir sind doch Familienmenschen, eine richtig einheimische Familie. Wir sind gefühlvolle Menschen und müssen die Worte nachsichtig einsetzen.
Hasi Da muss unserem Familienoberhaupt aber einmal das Schwänzchen himmelwärts aufsteigen, sonst ist es Essig mit den...
«Sie war nicht der Kumpeltyp», bestätigt auch Jaecki Schwarz, Gröllmanns Partner in diversen DEFA- und Nachwende-TV-Produktionen, bevor sein Kollege Hermann Beyer das Sujet in abstraktere Gefilde hebt: «Richtung Romy Schneider, würd’ ich denken.» Es ist dann an Michael Gwisdek, das Spektrum noch ein wenig zu erweitern: «Monroe, Deneuve – das war Jenny in der DDR.»...
Nicht nur der Titel klingt ein bisschen nach Love Story: «Kölner Affäre». Zumindest handelt es sich, wenn nicht gar um eine Liebesgeschichte, so doch um eine Beziehung. Eine ungewöhnliche Beziehung. Schon nach der kaum vollendeten ersten Spielzeit lässt sich zwischen Karin Beier, dem Schauspielhaus, der Stadt Köln und ihren Einwohnern eine solche Bindung...
