Wer stattfindet, hat gewonnen!
Es ist ein Fake, der Unterdrückungsgeschichte gemacht hat: das Hymen, auch «Jungfernhäutchen». Teresa Vittucci, gehüllt in einen neonorange leuchtenden Hauch von Nichts, widmet der lügenumwobenen vaginalen Korona eine schlagfertige Tanz- und Lecture-Performance: «Hate me, tender. Solo for Future Feminism» ist eine von nur drei Produktionen innerhalb des diesjährigen Impulse Festivals, die vor Livepublikum gezeigt werden kann.
Das flackernde Wechselspiel zwischen Flirt-, SM- oder Bodybuilder-Moves einerseits und den unterhaltsamen soziologischen Einordnungen durch die Performerin andererseits lebt vom Blickkontakt, vom Ausgesetztsein und der ungewohnten Intimität in der tanzfaktur Köln. Wäre der Beweis, welche Kraft im Livetheater liegt, nach Monaten der Abstinenz noch nötig, hier ist er. Gerade dieser Moment von Theaterglück macht aber auch das Dilemma deutlich, in dem Theaterfestivals in der Pandemie stecken. Die Planungssicherheit ist gleich null, das Risiko hoch und das Publikum zugleich online-müde und noch nicht ganz bereit für dunkle geschlossene Räume.
«Hate me, tender» ist fast ausverkauft, obwohl die Festivalleitung um Haiko Pfost und Wilma Renfordt bis kurz vor Beginn ...
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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Festivals, Seite 52
von Cornelia Fiedler
Die fettige Langhaarperücke über der hohen Stirn, die Gänge mit freiem Oberkörper in ausgeleierten Shorts, das maulige Muss-wohl-auch-mal-ne-Jeans-Drüberziehen, wenn’s denn sein soll, diese ganze durchweg herabgedimmte Haltung, mit der Joachim Meyerhoff mal hier, mal dort auf der Bühne lungert, da weiß man, selbst wenn man den Roman noch nicht gelesen hat: Wird...
always try to be nice
but never fail to be kind
haus arbeiten
tommi wippel, drittschlechtester schüler der juppi-meier-schule klasse 7b, war nervös.
Beerbauch wippel!
er hatte zwar diesmal seine hausarbeiten gemacht, ehrlich, hochundheilig versprochen und wird auch nicht gebrochen, aber der lehrer dr. beerbauch machte sich einen heidenspaß und ein persönliches...
Und es ward Nacht. Siebeneinhalb Stunden lang. So wollte es Sebastian Hartmann. Am Staatsschauspiel Dresden hat er mit «Das Buch der Unruhe» so etwas wie den ultimativen Live-Stream aufgelegt. Lange Inszenierungen sind ja nichts Neues im deutschen Theater selbst in seiner digitalen Variante, man denke nur an das letzte Theatertreffen, wo gleich zwei dieser...
