Bissl Grunge, viel Koks

Thomas Ostermeier lässt sein Ensemble an der Berliner Schaubühne den ersten Teil von Virginie Despentes Abstiegssaga «Das Leben des Vernon Subutex 1» nacherzählen

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Die fettige Langhaarperücke über der hohen Stirn, die Gänge mit freiem Oberkörper in ausgeleierten Shorts, das maulige Muss-wohl-auch-mal-ne-Jeans-Drüberziehen, wenn’s denn sein soll, diese ganze durchweg herabgedimmte Haltung, mit der Joachim Meyerhoff mal hier, mal dort auf der Bühne lungert, da weiß man, selbst wenn man den Roman noch nicht gelesen hat: Wird wohl nicht gut enden das. Vernon Subutex going down.

 

Obwohl er ja schon relativ weit unten beginnt, Vernon, der alternde, aber immer noch sexy Plattenhändler, der nach dem Bankrott seines Musikladens «Revolver» die Kontrolle über sein Leben verliert, eine Zeitlang noch von einem Kumpel, dem Popstar Alex Bleach, mit Mietzahlungen über Wasser gehalten wird. Nun aber stirbt Alex. Und Vernon – «Wer zahlt jetzt meine Miete?» – hangelt sich hernach im Netzwerk alter Bekanntschaften von Sofa zu Sofa, von Bettbekanntschaft zu Bettbekanntschaft, bevor er als Penner in den Parks von Paris endet. Die Abwärtsbewegung erzählt der erste Teil der Bestseller-Trilogie von Virginie Despentes, die sich die Schaubühne zum After-Corona-Restart vorgenommen hat – «Vernon Subutex», vom Couchsurfer zum Clochard.

Die schütteren, fettigen Haare von ...

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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Christian Rakow

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