Der Schlaf der Vernunft

In Dresden begibt sich Sebastian Hartmann mit Fernando Pessoas «Buch der Unruhe» auf eine Reise in die Nacht; in Leipzig erforschen Sandra Hüller und FARN.collective die Zukunft der Mischwesen

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Und es ward Nacht. Siebeneinhalb Stunden lang. So wollte es Sebastian Hartmann. Am Staatsschauspiel Dresden hat er mit «Das Buch der Unruhe» so etwas wie den ultimativen Live-Stream aufgelegt. Lange Inszenierungen sind ja nichts Neues im deutschen Theater selbst in seiner digitalen Variante, man denke nur an das letzte Theatertreffen, wo gleich zwei dieser Online-Durationals auf dem Programm standen. Hartmann, der ja auch einige Erfahrungen mit dem Konzept Live-Stream gesammelt hat, geht mit dieser theatralen Installation einen deutlichen Schritt weiter.

Es beginnt schon damit, dass die Aufführung, die live im Lichthof der Dresdner Albertina – ein riesiger White Cube mit barocken Versatzstücken – gefilmt wird, erst um 22 Uhr beginnt und somit die Einheit von Handlungsund Spielzeit ganz neu fasst. Die Inszenierung basiert auf Fernando Pessoas gleichnamigen fragmentarischen Werk. Hartmann interessiert sich vor allem für das paradoxe Verlorensein in der Nacht, die alleine Erlösung und Befreiung von den Zumutungen des Lebens und der sozialen Verpflichtungen bedeutet. Es herrscht purer Ekel vor dieser menschlichen Welt, und das Bild des im Schlaf befreiten Sklaven ist immer ...

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Theater heute August/September 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Torben Ibs

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