Wenn die Ordnung schläft
Alter schützt vor Liebestorheit nicht. Wenn es stimmen sollte, dass das Alter reifer und gelassener macht, dann trifft dies jedenfalls nicht auf diese Athener Swinger-Paare zu. Hermia (Hil -ke Altefrohne), Lysander (Mike Müller), Hele -na (Yvon Jansen), Demetrius (Peter Knaack): Sie sind alle 50+ und verstört wie Teenager. Lysander (62) sagt’s: «O Spott! Zu alt für eine junge Liebe!», und wackelt mit clowneskem Herz-Po seiner Hermia hinterher.
Klippklapp, Helena will Demetrius, dieser hat nur Augen für Hermia, Hermia liebt Lysander.
Die Johannisnacht bringt alle durcheinander. Menschen, Elfen und komplizierte Liebesbeziehungen. Der Kobold Puck verwechselt die Paare, die Elfenkönigin verliebt sich in einen Esel, niemand weiß mehr, was Traum ist und was Wirklichkeit. Am Ende tagt es, die Liebenden finden sich, es kommt zur Hochzeit, und ein Trupp Handwerker gibt ein Laienspiel zum Besten.
Auch wenn die Komödie hochzeitsfroh endet, bleibt ein Unbehagen zurück nach der verrückten Nacht. Die «Midsummer night» zur Sommersonnenwende gehört zu den Nächten – wie die Walpurgisnacht und die Raunächte nach Weihnachten –, in denen die Menschen Seiten an sich erkennen, die sie sonst nicht ...
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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui
Wie lebt es sich so in den letzten Monaten, Jahren einer liberalen Demokratie? Merkt man schon, dass eine neue Stimmung, eine andere Sprache, ein besonderer Menschenschlag die Weltbühne betritt? In Anna Gmeyners 1932 in Berlin uraufgeführter und dann bis 2021 vergessener Tragikomödie «Automatenbüfett» lassen sich durchaus Sprachfetzen identifizieren, die im...
Finde den Fehler: Vater tötet Tochter, Ehefrau tötet ihn, Sohn tötet sie und dann, bei 2:1, soll Schluss sein mit der Gewalt – im Namen der Demokratie. Hier, an der Frage Versöhnung versus Gerechtigkeit, setzt die Kölner «Orestie» der australischen Regis -seurin Adena Jacobs an. Zwar flankieren zwei Gerichtsbänke die schwarzgraue, fel -sige Bühne von Eugyeene Teh....
Um auch mal mit etwas Positivem anzufangen: Man muss sie längst nicht mehr suchen, die Pionierinnen haben ganze Arbeit geleistet, und Parität scheint in greifbare Nähe gerückt. So wie vielerorts haben in München derzeit Frauen die Regie in der Hand und das in Jette Steckels Adaption von Michail Bulgakows Kultroman «Meister und Mar -garita» im Schauspielhaus der...
