Wenn die Ordnung schläft

«Ein Sommernachtstraum» in der Mitte des Lebens – Pınar Karabulut inszeniert am Schauspielhaus Zürich

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Alter schützt vor Liebestorheit nicht. Wenn es stimmen sollte, dass das Alter reifer und gelassener macht, dann trifft dies jedenfalls nicht auf diese Athener Swinger-Paare zu. Hermia (Hil -ke Altefrohne), Lysander (Mike Müller), Hele -na (Yvon Jansen), Demetrius (Peter Knaack): Sie sind alle 50+ und verstört wie Teenager. Lysander (62) sagt’s: «O Spott! Zu alt für eine junge Liebe!», und wackelt mit clowneskem Herz-Po seiner Hermia hinterher.

Klippklapp, Helena will Demetrius, dieser hat nur Augen für Hermia, Hermia liebt Lysander.

Die Johannisnacht bringt alle durcheinander. Menschen, Elfen und komplizierte Liebesbeziehungen. Der Kobold Puck verwechselt die Paare, die Elfenkönigin verliebt sich in einen Esel, niemand weiß mehr, was Traum ist und was Wirklichkeit. Am Ende tagt es, die Liebenden finden sich, es kommt zur Hochzeit, und ein Trupp Handwerker gibt ein Laienspiel zum Besten.

Auch wenn die Komödie hochzeitsfroh endet, bleibt ein Unbehagen zurück nach der verrückten Nacht. Die «Midsummer night» zur Sommersonnenwende gehört zu den Nächten – wie die Walpurgisnacht und die Raunächte nach Weihnachten –, in denen die Menschen Seiten an sich erkennen, die sie sonst nicht ...

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Theater heute Mai 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui

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