Was von einer perfekten Pommes übrigbleibt
Das ist die Geschichte einer Heimkehr. Wer kennt das nicht, erst einmal sprudeln vor Nostalgie und im zweiten Moment vor der Spießigkeit der unterschiedlichen Rasenmähergeräusche in die Knie gehen. Die Eigenwahrnehmung wird wieder auf Reset gesetzt, zurück in die Kindheit, zurück nach Hause, wo alles beim Alten geblieben ist.
In Fabienne Dürs «Gelbes Gold» kehrt Ana heim und keiner weiß, was sie in ihrer Heimatstadt eigentlich will. Die Studentin steht kurz vor ihrer letzten Prüfung, hat sich sowas wie eine Auszeit genommen.
Julie, Anas Jugendfreundin, fühlt sich nach wie vor verraten, denn Ana ist damals Hals über Kopf aus der langsam aussterbenden Stadt geflohen. Julie weiß, wie sich ihre Stadt verändert hat, als das halbe Land dem Ausverkauf preisgegeben worden war. Schnell wird klar, dass hier der tote Teil des nicht als sanierungswürdig befundenen Ostens gemeint ist. 30 Jahre nach der Wende stirbt einfach ein Landstrich aus, indem Erinnerungsbauten eines ehemaligen Landes abgerissen werden, ohne an die Schicksale ihrer Bewohner:innen zu denken.
Die Investoren des nächsten Outletcenters scharren derweil schon mit den Hufen. Nachdem Ana also gegangen war, lag plötzlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 148
von Patricia Nickel-Dönicke
Die Menschen sind schlecht, und die Welt ist am Arsch», singt der Sänger Kummer in «Der letzte Song». Es geht darin um die Musik an sich, die in dieser Welt Trost spenden könnte. Um einen Künstler, der gern sagen würde, «das System ist defekt, die Gesellschaft versagt / aber alles wird gut». Es gelingt ihm nicht. Er kann immer nur sagen, was ist, und dass das, was...
In seiner Geschichte der Zukunft beschreibt der israelische Historiker Yuval Harari, wie der Mensch sich im Zuge der Entwicklung künstlicher Intelligenz und immer komplexerer virtueller Welten zu einem gottähn -lichen Schöpfer entwickeln könnte: zu einem Homo Deus. Es ist offensichtlich: Wir stehen am Ende des analogen Zeitalters. Das Verhältnis von analoger und...
Als ich an diesem zukünftigen Abend ins Theater ging, fiel mir zuerst eine Gruppe auf, die sich vor dem Theater austauschte. Sie waren alt und jung, sprachen angeregt und respektvoll miteinander. Aus Gesprächsfetzen nahm ich wahr, dass es sich teils um dem Theaterbetrieb zugehörige Personen einer Künstlerischen Leitungsgruppe handelte, teils um außenstehende...
