Was von einer perfekten Pommes übrigbleibt
Das ist die Geschichte einer Heimkehr. Wer kennt das nicht, erst einmal sprudeln vor Nostalgie und im zweiten Moment vor der Spießigkeit der unterschiedlichen Rasenmähergeräusche in die Knie gehen. Die Eigenwahrnehmung wird wieder auf Reset gesetzt, zurück in die Kindheit, zurück nach Hause, wo alles beim Alten geblieben ist.
In Fabienne Dürs «Gelbes Gold» kehrt Ana heim und keiner weiß, was sie in ihrer Heimatstadt eigentlich will. Die Studentin steht kurz vor ihrer letzten Prüfung, hat sich sowas wie eine Auszeit genommen.
Julie, Anas Jugendfreundin, fühlt sich nach wie vor verraten, denn Ana ist damals Hals über Kopf aus der langsam aussterbenden Stadt geflohen. Julie weiß, wie sich ihre Stadt verändert hat, als das halbe Land dem Ausverkauf preisgegeben worden war. Schnell wird klar, dass hier der tote Teil des nicht als sanierungswürdig befundenen Ostens gemeint ist. 30 Jahre nach der Wende stirbt einfach ein Landstrich aus, indem Erinnerungsbauten eines ehemaligen Landes abgerissen werden, ohne an die Schicksale ihrer Bewohner:innen zu denken.
Die Investoren des nächsten Outletcenters scharren derweil schon mit den Hufen. Nachdem Ana also gegangen war, lag plötzlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 148
von Patricia Nickel-Dönicke
Weltweit sind Bewegungen und Parteien auf dem Vormarsch, die als populistisch zu kennzeichnen sind. Die einschlägigen Beispiele reichen vom Aufstieg der AfD in Deutschland bis hin zu den Wahlerfolgen des Rassemblement National in Frankreich oder von Donald Trump in den USA. So unterschiedlich die Situation in den Ländern auch sein mag, die jeweiligen Bewegungen...
Hier bleibt alles, wie’s ist: Das heißt, es wird schlimmer …», stellt Caren Jeß ihrem Stück im Prolog voran. «Die Walküren» – bei ihr, die das Stück aus dem Chor der neun mythologischen Wesen heraus denkt, explizit im Plural – nimmt deutlich Bezug auf Richard Wagners fast gleichnamiges Musikdrama und ist doch mehr als eine Überschreibung. Jeß potenziert den Stoff,...
Wer hätte vor wenigen Jahrzehnten gedacht, dass die westlichen Demokratien sich bald von innen auszuhöhlen beginnen? Dass rechte Bewegungen einen bedenklichen Zuwachs bekommen? Dass Gestalten nach oben geschwemmt werden, die auf Wahlergebnisse und zivile Umgangsformen pfeifen? Dabei wurde nach dem Fall der Mauer bereits das Ende der Geschichte ausgerufen – was...
