Was kommt nach uns?
«Alles verwandelt sich, nichts geht zugrunde», lautet eine Einsicht, die Publius Ovidius Nasos «Metamorphosen» zugrunde liegt. Ovid schrieb sein Versepos vom mythischen Weltenlauf vom Jahr 1 unserer Zeitrechung bis zu seiner Verbannung aus Rom sieben Jahre später durch Kaiser Augustus; 17 n. Chr. starb er im Exil am Schwarzen Meer. Da war das Imperium Romanum noch ein expansives Erfolgsprojekt; sein Untergang aufgrund von Pandemien und Dürren gut vier Jahrhunderte später lag noch in weiter Ferne.
Die über 250 in die «Metamorphosen» verwobenen Mythen, in denen sich Menschen und Götter in Steine, Pflanzen, Tiere und allerlei Zwitterwesen verwandeln, lesen sich gerade in Krisenzeiten des Klimawandels seltsam tröstlich: Jedes Verbrechen, jede Erfindung, jede Störung des Gleichgewichts verändert zwar die Gestalt der Erde, kann sie aber nicht endgültig löschen.
An der Berliner Volksbühne verkörpert naturgemäß das Theater selbst diese Wandlungsfähigkeit. Gleich zu Beginn der Streamingpremiere von Claudia Bauers «C-Ovid»-Adaption «Metamorphosen [overcoming mankind]» deklamiert die Schauspielerin Katja Gaudard im Chaos der Hinterbühne ihre Schöpfungsverse direkt in die Handkamera, eifrig ...
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Theater heute April 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 46
von Eva Behrendt
Tag 1
Ein winziges Schlafzimmer. Ein Bett, darauf zwei Laptops. C kommt im Pyjama ins Zimmer. Er schaltet die beiden Computer ein. Er wählt eine Nummer auf seinem Handy, das über ein Kabel an einen der Laptops angeschlossen und auf Lautsprecherfunktion gestellt ist, sodass man die Stimme der Angerufenen hört. C kaut an einer Banane. Es läutet. Eine Stimme meldet...
Barbara Burckhardt Niels Bormann, die Frage, die jetzt jeder stellt: Wie geht es Ihnen unter Corona-Verschluss, insbesondere als Schauspieler?
Niels Bormann (zögert lange) Ich muss sagen, mir geht es gar nicht so schlecht. Ich konnte in dieser Zeit drehen und an der UdK mit den Studierenden immerhin Vorsprechmonologe erarbeiten. Das mache ich schon seit sieben,...
Knetfiguren und Computeranimationen, Geisterblaskapellen auf Hauswänden, Zeichentrick und Papierfiguren und überhaupt Puppen, Puppen, Puppen …: Das diesjährige Brechtfestival #digitalbrecht hat aus der Not viele Künste und aus dem Mangel an Begegnungsmöglichkeiten eine Fülle von filmischen Formaten gemacht. Als sich im letzten November abzeichnete, dass mit der...
