Festival: Zündende Kurzschlüsse

Den Spieß umdrehen und sich selbst bedienen: Jürgen Kuttner und Tom Kühnel widmen ihr digitales Brechtfestival den Frauen

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Knetfiguren und Computeranimationen, Geisterblaskapellen auf Hauswänden, Zeichentrick und Papierfiguren und überhaupt Puppen, Puppen, Puppen …: Das diesjährige Brechtfestival #digitalbrecht hat aus der Not viele Künste und aus dem Mangel an Begegnungsmöglichkeiten eine Fülle von filmischen Formaten gemacht.

Als sich im letzten November abzeichnete, dass mit der Durchführung von Präsenzveranstaltungen vor Ort bis März eher nicht zu rechnen sein würde, traf das Leitungsduo Jürgen Kuttner und Tom Kühnel eine klare Entscheidung: Keine faulen Kompromisse, keine abgefilmten Bühneninszenierungen, sondern genuines Film-Theater, also als Film konzipierte und produzierte szenische Kurzproduktionen, sollten entstehen, so wie sie in der überschaubaren Vorbereitungszeit von vier bis sechs Wochen und unter der gebotenen Verausgabung aller Beteiligten und Ressourcen so eben noch zu bewerkstelligen waren. 

Sonst herrscht vor allem Freiheit der Kunst und der Künstler*innen. K&K sind eben keine frickelnden Kuratoren, sondern Anstifter, die sich gerne selbst überraschen lassen. Herausgekommen ist auf diese Weise ein überbordendes Videoschnipsel-Fest, verortet irgendwo im wild wide web zwischen ...

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Theater heute April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Silvia Stammen

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