Festival: Zündende Kurzschlüsse
Knetfiguren und Computeranimationen, Geisterblaskapellen auf Hauswänden, Zeichentrick und Papierfiguren und überhaupt Puppen, Puppen, Puppen …: Das diesjährige Brechtfestival #digitalbrecht hat aus der Not viele Künste und aus dem Mangel an Begegnungsmöglichkeiten eine Fülle von filmischen Formaten gemacht.
Als sich im letzten November abzeichnete, dass mit der Durchführung von Präsenzveranstaltungen vor Ort bis März eher nicht zu rechnen sein würde, traf das Leitungsduo Jürgen Kuttner und Tom Kühnel eine klare Entscheidung: Keine faulen Kompromisse, keine abgefilmten Bühneninszenierungen, sondern genuines Film-Theater, also als Film konzipierte und produzierte szenische Kurzproduktionen, sollten entstehen, so wie sie in der überschaubaren Vorbereitungszeit von vier bis sechs Wochen und unter der gebotenen Verausgabung aller Beteiligten und Ressourcen so eben noch zu bewerkstelligen waren.
Sonst herrscht vor allem Freiheit der Kunst und der Künstler*innen. K&K sind eben keine frickelnden Kuratoren, sondern Anstifter, die sich gerne selbst überraschen lassen. Herausgekommen ist auf diese Weise ein überbordendes Videoschnipsel-Fest, verortet irgendwo im wild wide web zwischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Silvia Stammen
Das «andere» DDR-Theater – auf den Weg gebracht von Heiner Müller – hatte noch eine starke Kraft im Westen: Das war der Junge aus Sangerhausen, Einar Schleef, dem man 1975 am Berliner Ensemble seine und B.K Tragelehns «Fräulein Julie» verboten hatte. Seit zehn Jahren war er in West-Berlin. Sie waren zum Teil ausgefüllt mit der Niederschrift von «Gertrud» und...
Noch länger Lockdown und kein Ende! Es heißt also weiter nach Umund Auswegen zu suchen und der zwangsläufig medialen Vermittlung ein möglichst unverwechselbares – vielleicht sogar auf neue Weise unmittelbares? – Theatererlebnis abzutrotzen. Die Kammerspiele und das Kollektiv RAUM + ZEIT um Regisseur Bernhard Mikeska und Autor Lothar Kittstein, sonst ausgewiesene...
Barbara Burckhardt Niels Bormann, die Frage, die jetzt jeder stellt: Wie geht es Ihnen unter Corona-Verschluss, insbesondere als Schauspieler?
Niels Bormann (zögert lange) Ich muss sagen, mir geht es gar nicht so schlecht. Ich konnte in dieser Zeit drehen und an der UdK mit den Studierenden immerhin Vorsprechmonologe erarbeiten. Das mache ich schon seit sieben,...
