Was fehlt?

Drei Kritiker:innen schreiben, was ihnen am Theatertreffen 2026 fehlt

Theater heute - Logo

Leerstellen der Angst
Die Kölner Koproduktion «In the meantime» erzählt eindrücklich von Exil und iranischem Widerstand
Es ist eine kleine Theaterarbeit voller Wucht und Größe. «In the meantime – a play across two continents» handelt von einer Welt im Krieg und schenkt die Vision, dass alles auch ganz anders sein könnte. Zart, mit Galgenhumor, erzählt es von Liebe, Resilienz und Exil.

Auf der Kölner Bühne – das Stück ist eine Koproduktion des Schauspiels mit dem Orangerie Theater – steht die iranische Schauspielerin und Autorin Amineh Arani vor großem Bildschirm. Darauf werkelt ihr Mann, der Schauspieler Kamal Alavi, in einem Teheraner Wohnzimmer herum. Weil Arani im Film «Die Saat des Feigenbaums» von Mohammad Rasolouf mitspielte, musste sie vor knapp zwei Jahren aus dem Iran fliehen. Nur digital war sie zum Premierenzeitpunkt mit ihrem Ehemann verbunden – und machte daraus Thema und Form ihres Stücks, ko-inszeniert von Stefan Otteni.

Bis vor Kurzem konnten Amineh und Alavi noch Rest-Alltag per Internet simulieren. Auf der Bühne spielen sie das nach, Schauspielerin Roxana Samadi in der Rolle der Übersetzerin. Mit lustiger Hilflosigkeit versucht das Paar, digital zusammen einen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2026
Rubrik: Best of, Seite 38
von

Weitere Beiträge
Waffen und Aschen

Am Ende stehen vierzehn Berner Kinder auf der Stadttheaterbühne und zitieren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Ist es der hoffnungsvolle Blick in eine gerechtere Zukunft? Oder schon Nostalgie in einer Welt, in der die Regeln nicht mehr viel gelten? In der «Orestie» feiert Aischylos die Gründung des demokratischen Rechtsstaats (und der damaligen Weltmacht...

Weniger ist mehr

Der Maler Malewitsch war einen weiten Weg gegangen, bis er 1918 das epochale weiße Quadrat schuf. «Weiß auf Weiß». Es war der suprematistische Schlusspunkt eines Strebens nach immer radikalerer Abstraktion, nach Aufhebung der Gestalt in der reinen immateriellen Geistigkeit. Die letzte Reduktion von Farbe und Form.

Einen gänzlich anderen Weg verfolgte der Maler...

Der impulsive Mensch

Die «Wohlverhaltensklausel» in seinem Vertrag wurde ihm zum Verhängnis: Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele seit zehn Jahren, wurde wegen ihr vom Kuratorium dieser Festspiele mit sofortiger Wirkung beurlaubt und wird seinen neuen Vertrag, der bis 2031 gegangen wäre, gar nicht erst antreten. Was in dieser Klausel steht, weiß man in der...