Was fehlt?
Bemerkenswerter Alltag
Karin Henkel inszeniert «Richard The Kid & The King», Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Es gibt Inszenierungen, die laut darum betteln, zum Theatertreffen eingeladen zu werden. Meist sind das Abende an Metropolenhäusern, mit großem (und teurem) Bühnenbild, stark (und gerne mit Gästen) besetzt, mit einer Regiehandschrift, die einerseits zupackend ist, andererseits aber auch ein Label darstellt, das Erwartungen erfüllt.
Man kann es der Theatertreffen-Jury nicht verübeln, wenn sie solche offensichtlich auf Erfolg hin gebürsteten Ereignisse mit Missachtung straft. Und auf den ersten Blick könnte man auch die als Koproduktion zwischen Hamburger Schauspielhaus und Salzburger Festspielen entstandene Shakespeare-Bearbeitung «Richard The Kid & The King» in diese Schublade schieben. Allein: Das trifft nicht zu. Mit Lina Beckmann füllt zwar eine Großschauspielerin die Titelrolle raumgreifend aus, aber Beckmann ist festes Hamburger Ensemblemitglied, dem die Richard-Rolle wie auf den Leib geschrieben ist, der (tatsächlich vorhandene) Starfaktor ist hier irrelevant.
Regisseurin Karin Henkel ist zwar regelmäßiger Gast beim Theatertreffen, allerdings auch eine ...
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Theater heute Mai 2022
Rubrik: Berliner Theatertreffen, Seite 30
von
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Mit dem Arbeiten ist es ungefähr so. Man tut dies oder jenes, in der Hoffnung, etwas würde danach besser sein als zuvor. Man nimmt ungeordnete Gedanken, schreibt sie auf und hofft, der Sinn möge sich einstellen; nimmt rohe Dinge und hofft, gekocht mögen sie schmecken, trägt Zeug von A nach B und hofft, dort möge es richtig sein. Denn dann wäre alles prima. Fast....
